Schwäbische Küche - einige Spezialitäten kurz vorgestellt

Die schwäbische Küche neu entdeckt
Eine Spezialität der Schwäbischen Küche
Foto: © sunday pictures

Laugawecka, Buabaspitzla, Maultascha, Schbäzla - die Schwaben lieben Mehl in den unterschiedlichsten Zubereitungsarten. Die schwäbische Küche basiert auf einer einfach gehaltenen ländlichen Hausmannskost, wie sie schon zu Großmutters Zeiten äußerst beliebt war. Was nicht heißen soll, dass sie einfach ist. Der echte Schwabe legt viel Wert auf Handarbeit. Wer schon einmal selbst Spätzle geschabt hat weiß: das ist ein Knochenjob.

Was für den Italiener die Spaghetti, sind für den Schwaben die Spätzle
Spätzle sind das absolute Grundnahrungsmittel in der schwäbischen Küche. Sie dürfen eigentlich zu fast keinem schwäbischen Gericht fehlen. Ihre Zubereitung wird mit einfachsten Mitteln, aber im Schweiße des Angesichts vollzogen und sorgt für kräftige Armmuskulatur...
Schlagen Sie aus 300 Gramm Mehl
zwei Teelöffeln Salz
2-3 Esslöffeln kaltem Wasser
und vier Eiern (sie sorgen dafür, dass die Spätzle auch wirklich eine schöne goldene Farbe bekommen)
eine zähe Teigmasse, bis sie Blasen wirft. Lassen Sie den Teig eine Viertelstunde ruhen.

Dann geht's ans Werk: Traditionell wird der Teig auf ein spezielles Brett (das Spätzlebrett) gelegt und man schabt mit dem Spätzlesschaber kleine Teigstücke vom Brett direkt ins kochende Wasser hinein - das verleiht den Spätzle ihre klassische Struktur. Die Spätzle müssen kurze Zeit im kochenden Wasser ziehen und sind gar, wenn sie aufschwimmen. Schöpfen Sie sie ab und servieren Sie sie in Butter geschmelzt oder mit einer Fleischsauce.

Übrigens: Der so genannte Spätzleshobel ist für Nichtschwaben oder ungeübte Köche die praktischste Art und Weise, den Teig in seine Nudel- pardon: Spätzlesform zu bringen.
Wer es noch einfacher haben will, aber immer noch von Hand gemachte Spätzle servieren möchte, kann eine Spätzlemaschine verwenden. Das Gerät sieht aus wie eine überdimensionale Knoblauchpresse und wird auch genauso gehandhabt. Füllen Sie den Teig in den "Einfüllstutzen" und drücken Sie ihn durch die Löcher in das kochende Wasser.

Für so viel Arbeit muss schon eine gewisse Liebe zum Essen und der Küche vorhanden sein. Doch dass Spätzle nicht nur etwas zum Essen sind, sondern auch als Kosename oft zu hören ist, zeigt bereits recht deutlich die tiefe Verbundenheit der Schwaben zu ihren Nationalnudeln.

Ein klassisches schwäbisches Gericht ist die Kombination von Spätzle, Hülsenfrüchten und Würstchen:
Leisa mid Schbäzla ond Saidawirschd
Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen sind wohl die einfachste Art, ein schmackhaftes Spätzlegericht aus der schwäbischen Küche serviert zu bekommen. Dabei werden die gekochten Linsen in einer deftigen Sauce (eine dunkle Mehlschwitze mit etwas Speck und angebratenen Zwiebeln) angemacht und kräftig gewürzt. Die Saitenwürstchen, in anderen Landstrichen auch unter dem Namen "Wiener" bekannt, erhitzt man direkt in der Sauce.
Nun eine ordentliche Portion Spätzle auf den Teller, die Sauce mit Linsen und Würstchen dazu (nicht zu knapp), und fertig ist ein einfaches, deftiges und überaus sättigendes, eiweißreiches Essen.
Mittlerweile können Sie für dieses Traditionsgericht übrigens wieder die echte Alblinse verwenden. Die "Alb-Leisa" sind seit 2005 Passagier auf der Slowfood-Arche des Geschmacks. Sie werden von der Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa angebaut und über den Bioland-Hof von Familie Mammel (Am Hochberg 27, 89584 Lauterach) vertrieben.

Nun wissen Sie etwas mehr über die schwäbische Küche. Probieren Sie doch einige Gerichte selber mal aus.


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