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Die Süßkartoffel - Woher stammt sie?
Informationen über die Süßkartoffel und leckere Süßkartoffel Rezepte
Foto: Roslen Mack
In Deutschland ist sie eher unbekannt: die Süßkartoffel. In Amerika dagegen wird sie gern als Beilage gereicht. Woher sie eigentlich stammt und was man mit ihr machen kann, erfahren Sie bei Rezepte-und-Tipps.de:

Ihren irreführenden Namen erhielt sie durch eine Verwechslung: Die Süßkartoffel ist gar keine Kartoffel, sondern ein Windengewächs, und wer von ihr einen echten Kartoffelgeschmack erwartet, erlebt zwangsweise eine Enttäuschung. Sie schmeckt nämlich - wie der Name es schon andeutet - frappierend süß. Deshalb sollte die Süßkartoffel in dezenten Portionen und einem deftigen Gericht zubereitet werden, damit die liebliche Note die übrigen Zutaten nicht erdrückt.

Die Amerikaner haben sich schon lange auf das eigenwillige Aroma der Süßkartoffeln eingestellt und servieren sie gerne zu ihrem traditionellen Thanksgiving-Truthahn. Schließlich stammen die ungewöhnlich geformten, verschiedenfarbigen Knollen mit ihrer leicht runzeligen Haut aus Nord- und Südamerika. Besser gedeihen sie jedoch im tropischen Klima Afrikas - befreite Sklaven nahmen sie in ihre alte Heimat mit und stellten erstaunt fest, dass die Winden hier noch schneller und kräftiger wachsen als in den USA.

Der Stärke- und Zuckergehalt der orangefleischigen Bataten steigt mit der Wärme ihres Anbaugebietes, so dass die afrikanischen Süßkartoffeln am vollkommensten munden. Angeblich verzehren in einigen tropischen Ländern schwangere Frauen regelmäßig Süßkartoffeln, weil sie davon überzeugt sind, dass die Knollen sie stärken und ihre hormonelle Umstellung erleichtern. Sie glauben, dass die Bataten das Blut reinigen und dessen Eisengehalt positiv beeinflussen.

In Deutschland muss man schon einen Spezialitätengeschäft aufsuchen, um Süßkartoffeln zu erstehen; meistens haben afroasiatische Läden oder türkische Ketten die bunten Knollen im Angebot. In der Handhabung gleichen die Süßkartoffeln ganz den heimischen Erdäpfeln: Zunächst müssen sie gewaschen und geschält werden, bevor sie zu Bratkartoffeln, Puffern, Püree oder Süßspeisen verarbeitet werden können. Allerdings kann man Süßkartoffeln nicht so lange lagern wie die deutschen Kartoffeln, weshalb sie nur in kleinen Mengen gekauft und schnell aufgebraucht werden sollten.

Bei der Kreation von Hauptmahlzeiten ist es ratsam, die Bataten nicht als üppige Beilage, sondern ähnlich einem pikanten Gemüse oder einem Chutney als feinen Gaumenkitzler einzusetzen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, da sich die Süßkartoffel sehr flexibel gibt - zu Gratins eignet sie sich ebenso gut wie zu Gnocchi, Pommes Frites oder Schupfnudeln.

Ein idealer Snack sind Süßkartoffel-Chips, die in ihrem unvergleichlichen Aussehen und Geschmack jede Party bereichern. Überdies lässt sich das simple Rezept auch von Anfängern bewältigen:
150 Gramm Süßkartoffeln waschen, schälen und mit einem Hobel in hauchdünne Scheiben schneiden.
Diese Scheiben werden in heißem Fett erst von der einen, dann von der anderen Seite mit viel Geduld gebräunt und anschließend auf einem Küchenkrepp trocken getupft. Das Salzen ist überflüssig - Bataten sollten grundsätzlich kaum bis gar nicht gewürzt werden, da Salz oder Pfeffer den markanten Eigengeschmack des tropischen Gewächses zerstören können.

Wem der Kontrast von süß und deftig zu extrem ist, kann die Bataten auch für die Dessertküche umfunktionieren oder zu einer Konfitüre verkochen:
Dazu werden die Würfel von einem Kilo geschälter Süßkartoffeln
mit 750 Gramm Zucker,
zwei Vanilleschoten
und Zitronenschale in etwas Wasser eingeweicht
und dann 20 Minuten lang unter stetigem Umrühren gekocht - zu frischem, hellen Brot ist diese exotische Konfitüre ein Genuss.

Gastautor: © B. B.


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