Schon vor 8000 Jahren wussten die Mexikaner die Früchte der wild wachsenden Chili-Pflanzen zu schätzen und würzten ihr Essen mit den scharfen Kostbarkeiten aus Mutter Naturs Schatzkiste. Nach und nach wurden die Pflanzen kultiviert und eroberten die ganze Welt. Auch in Deutschland ist Chili ein begehrtes Gewürz mit Trendcharakter, welches Köche zu gewagten Experimenten inspiriert und sogar Süßspeisen und Schokolade bereichert. Allerdings gilt bei Chilis das Prinzip: Handle with care, damit beim Essen keine Tränen fließen.
Die sicherste Variante des Kochens mit Chili ist der Griff zum Gewürzregal im Supermarkt: Hier werden für wenige Euro pulverisierte Chili-Gewürzmischungen angeboten, die einfach nur dem Essen zugegeben werden müssen. Doch Achtung: Vor allem der rostrote Cayennepfeffer ist deutlich schärfer als der gängige schwarze oder bunte Pfeffer; meistens genügt eine kleine Prise, um den Mahlzeiten kulinarisches Feuer zu verleihen.
Intensiver und charakteristischer als das Pulver munden kleine, getrocknete Chilischoten, von denen zum Beispiel ein oder zwei im Ganzen einer Bolognese Soße oder einem Chili von Carne beigegeben werden können. Nach dem Kochen sind Adleraugen gefragt: Am besten wird die Schote vor dem Servieren mit einem Kochlöffel herausgefischt, da sie beim zufälligen Zerbeißen ein unangenehmes Brennen verursacht, das empfindlichen Menschen den Geschmack verderben kann.
Mutige Hobbyköche lassen sich von dem heißen Kern der Schoten nicht verunsichern und betrachten Pulver oder getrocknete Chilis als mangelhaften Ersatz für die frischen Früchte. Wer sich an diesen puren, unverfälschten Chili-Genuss wagen möchte, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. So lassen sich die Schoten auf ein europäisches Maß entschärfen, indem sie aufgeschnitten und mit der Klinge des Messers die Samen und die Plazentawände herausgekratzt werden - hier nämlich ist das Feuer der Chilis zu Hause. Anschließend sollten die Schoten in möglichst kleine Würfelchen geschnitten und zum guten Schluss Schneidebrett, Messer und vor allem Hände gründlich gewaschen werden. Gelangt das brennende Chiliöl durch einen unglücklichen Griff in die Augen, müssen diese sofort mit klarem Wasser ausgespült werden, damit die Reizung abklingen kann.
Ansonsten ist die Chilifrucht ein vielfältig einsetzbares Gewürz für die mediterrane, mexikanische und exotische Gemüse- und Fleischküche. Penne al arrabiata erhalten durch eine gute Prise Cayennepfeffer ebenso ihre berühmte schweißtreibende Schärfe wie die Hackfleischfüllung für mexikanische Tacos, Chili con Carne oder pikante Nudelaufläufe.
Doch auch das gutbürgerliche Rinder-Gulasch oder eine Hühnerbrust mit exotischem Chutney lassen sich mit wohl dosierten Chili-Gewürzen aufregend verfeinern. Echte Chili-Fans gehen aber noch weiter und aromatisieren sogar Alkohol mit frischen Chilischoten. Beim Genuss von Wodka, dem klein geschnittene Habanero-Schoten beigegeben werden und der samt seinen scharfen Gästen ein bis zwei Wochen ziehen darf, friert garantiert niemand mehr.
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Beachten Sie auch unsere Tipps zum Gewürze lagern. Dort erfahren Sie wie und wo man diese aufbewahren kann.
mehr zum WürzenCurry - auch sehr scharf Paprika - passt zu vielem und ist ebenfalls scharf Thymian - z.B. für Fleisch Ingwer - für Chinesisches Salz - ein lebenswichtiges Gewürz