Was sind Esskastanien?

Leckere Maronen im Herbst
Eine beliebte Spezialität im Herbst, besonders an den ersten kalten Tagen, sind die Esskastanien.
Geröstete Esskastanien
Maronen sind eine beliebte Knabberei für den Herbst
Foto: © Natalya Korolevskaya

Was das eigentlich ist und was man damit so machen kann, erfahren Sie hier:

Von September bis November ist Erntezeit für die igeligen Früchtchen: die rotbraunen, zwiebelförmigen Kastanien im Stachelkleid platzen aus ihren Hüllen. Genau die richtige Zeit für ein gesundes Knabbervergnügen. Denn Esskastanien enthalten neben reichlich Stärke Kalium sowie die Vitamine B1, B6 und C, Folsäure, Magnesium, Eisen und Phosphor.

Mal heißen sie Maroni, anderswo Käschde, aber eins stimmt immer: wo der Wein gedeiht, gedeiht auch die Edelkastanie (Castanea sativa), deren Heimat der Schwarzmeerraum ist. Die Römer brachten mit dem Wein auch die edlen Kastanien in nördlichere Gefilde, so dass sie heute von der Türkei bis nach Großbritannien zu finden ist.

In der Landgüterordnung Karls des Großen, Capitulare de villis, die um das Jahr 800 aufgeschrieben wurde, wird der Baum mit den essbaren Früchten unter den wichtigen Nahrungsbäumen aufgeführt, "castanarios" heißt er für Karl den Großen. In vielen Gegenden waren sie über lange Zeiten ein Grundnahrungsmittel - mit Esskastanien konnte man den Winter überstehen, und zwar "pro Maul ein Baum", wie man im Tessin sagte. Die Blüten sind außerdem eine gute Bienenweide, und das Holz eignet sich für widerstandsfähige Gartenzäune wie zum Hausbau und der Möbelschreinerei.

Wieviele Sorten gibt es?
Es gibt in Mitteleuropa mehr als 100 Esskastaniensorten - aber mit der Roßkastanie, die zu den
Seifenbäumen zählt, ist die Esskastanie botanisch nicht verwandt. Übrigens gibt es einen Unterschied zwischen Maroni und Kastanien: Maronen sind größer, milder im Geschmack als Esskastanien und herzförmig, während die Kastanien eine eher runde Form haben.

Esskastanien können mehrere hundert Jahre, sogar bis zu tausend Jahre alt werden. In Deutschland wachsen sie beispielsweise im Pfälzerwald, im Taunus und am Westrand des Schwarzwalds. In Frankreich findet man Kastanienwälder etwa in den Cevennen. Im Départment Ardèche werden die traditionsreichen Nussfrüchte auch heute noch (oder wieder) zu den unterschiedlichsten kulinarischen Genüssen verarbeitet, pro Jahr erntet man hier zwischen 3.000 und 5.000 Tonnen Maroni.

Wie bereitet man Esskastanien zu?
Man kann Esskastanien nicht nur kochen oder rösten, sondern auch getrocknet zu Mehl vermahlen. Das macht sie so vielfältig. Maronenkonfitüre ist ein Klassiker aus Frankreich, der "Lou pisadou" ist ein beliebter Kastanienkuchen, und auch kandierte Maroni sind eine beliebte Leckerei. Châtaignettes heißen Plätzchen aus Kastanienmehl, die mit Nüssen, Mandeln oder Orangenschale aromatisiert warden.

So werden Maroni geröstet
Gekocht oder geröstet schmecken jedoch beide Sorten der stärkereichen Früchte leicht süßlich. Für ein leckeres Knabbervergnügen ritzen Sie die Früchte kreuzweise ein. Die Schalen lösen sich am leichtesten, wenn Sie die Kastanien erst etwa 20 Minuten kochen.
Rösten Sie sie dann in einer Pfanne bei hoher Temperatur, bis die Schale schwarz wird und aufplatzt.
Mit einem spitzen Küchenmesser entfernt man nun die schön gemaserte, braune Außenhaut und die pelzige Innenhaut - am besten, solange die Maroni noch heiß sind. Das ist eine recht mühselige Arbeit - lustig wirds aber in geselliger Runde bei neuem Wein mit Freunden.
Esskastanien schmecken pur, leicht gesalzen oder karamellisiert.
Gastautor: © M. S.


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