Wer hat die Mozartkugeln erfunden?
Nicht nur in Österreich sind sie sehr beliebt, auch in Deutschland ißt man gern Mozartkugeln. Diese sehen so schön aus und schmecken so gut, dass man sie auch mal als Geschenk mitnehmen kann. Bei Rezepte-und-Tipps.de erfahren Sie wer sie erfunden hat und vieles mehr:
Dass sie lecker sind, weiß jeder. Dass es nur eine geben kann, wissen die wenigsten. Die Mozartkugel hat viele Nachahmer, denn ihr Name lässt sich nicht schützen. Dennoch ist da diese eine, traditionsreiche Salzburger Konditorei, welche das Original nicht nur erfunden hat, sondern auch heute noch nach geheimen Rezeptvorgaben in mühevoller Handarbeit herstellt: Über eine Millionen Kugeln formen die Mitarbeiter pro Jahr. Derweil spucken Maschinenungetüme in großen Schokoladenfabriken täglich unzählige Kopien aus, die wesentlich preiswerter und haltbarer in den Supermarktregalen landen.
Die Mozartkugel hat es wahrlich in sich: Beim Hineinbeißen verrät ein zartes Knacken, dass die Schokoladenhülle ihren köstlichen Kern freigegeben hat - Pistazie, Marzipan und Nougat. Es ist besser, sich gar nicht erst zu überlegen, wie viele Kalorien eine Mozartkugel hat. Schließlich wird sie nicht jeden Tag genascht. Nein, eine Mozartkugel ist seit jeher die Praline für besondere Anlässe und vor allem bei Frauen beliebt.
Der Name passt - schließlich steht Mozart nicht nur für großartige Kompositionen, sondern auch für Sinnlichkeit und Genuss. Allerdings hieß die Original-Mozartkugel nicht immer Mozartkugel, sondern wurde in den ersten Jahren Mozartbonbon genannt.
Ihr Erfinder ist der Konditormeister Paul Fürst, der sich im Jahre 1884 in Salzburg niederließ und sechs Jahre später das Mozartbonbon erfand. Das Besondere an der Praline war, dass sie trotz Füllung tatsächlich kugelrund gelang - ein Novum in der damaligen Konditorskunst.
Die Kugelform ist auch heute noch das Qualitätsmerkmal der echten Mozartkugel. Die herkömmlichen Kopien sind an einer Stelle abgeflacht, so dass sie aufliegen können. Und weil die kugelrunde Form damals eine Sensation war, wurde Konditor Fürst 1905 auf der Pariser Ausstellung mit einer Goldmedaille für seine außergewöhnliche Kreation belohnt.
Was gut war, sollte Bestand haben: Nach wie vor stellt die Konditorei Fürst, die mittlerweile auf vier Salzburger Filialen angewachsen ist, die Mozartkugeln nach dem exakt gleichen Prinzip ihrer Geburtstunde her: Die Marzipan-Pistazienmasse wird per Hand mit feinem Nougat umhüllt, auf Holzstäbchen aufgespießt in dunkle Kuvertüre getaucht, zum Erstarren auf Brettchen gesteckt und schließlich von den Stäbchen gelöst. Das dadurch entstehende Loch wird mit echter Schokolade verschlossen. Und genau daran ist auch das Original zu erkennen: Die Pralinen auf Stäben trocknen zu lassen und sorgfältig zu verschließen lohnt sich für die industrielle Herstellung nicht - es kostet schlichtweg zu viel Zeit.
Da auf Konservierungsstoffe verzichtet wird, muss die Original-Mozartkugel gekühlt lagern und binnen acht Wochen verzehrt werden. Das dürfte jedoch nicht all zu schwer fallen - ihr hübsches, blausilbernes Staniolpapier mit dem Mozartkopf schreit geradezu danach, gefühlvoll auseinandergefaltet zu werden, auf dass die süße Kugel alsbald den Gaumen verwöhne.
Der preisgekrönte Konditor Fürst musste schon Zeit seines Lebens einsehen, dass seine Idee zum Nachahmen verführte: Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte sich die Süßwarenindustrie an ihrer Version der Mozartkugeln - ein Trend, der den Fürst-Nachfahren immer noch nicht behagt. Schließlich, sagen sie, sei die Mozartkugel etwas Exklusives und tauge nicht zum Massenprodukt. Die preiswerteren Kopien machen es aber immerhin möglich, dass jeder Genießer sich diese Köstlichkeit leisten kann.
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