Neue Studie über die Ernährung von Kindern und Jugendlichen

Neue Studie zeigt detailliertes Bild der Ernährung von Kindern und Jugendlichen
Viele Kinder und Jugendliche essen zu wenig Obst und Gemüse. Die meisten Kinder und Jugendlichen trinken zwar ausreichende Mengen, aber die junge Generation trinkt zu viele gesüßte Getränke und isst zu viele Süßigkeiten. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanzierten EsKiMo-Studie.
Im Rahmen der umfassenden Kinder- und Jugend-Gesundheitsstudie KiGGS, die das Robert Koch-Institut von 2003 bis 2006 durchgeführt hat, wurde im Jahr 2006 in einem Modul das Ernährungsverhalten von insgesamt 2506 6- bis 17-Jährigen genauer untersucht. EsKiMo ("Ernährungsstudie als KiGGS-Modul") hat das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Universität Paderborn durchgeführt.

Die EsKiMo-Studie zeigt, dass sich Kinder und Jugendliche sehr unterschiedlich ernähren. Während ein wachsender Anteil mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen lebensnotwendigen Nährstoffen heute gut versorgt ist, gibt es immer noch erhebliche Anteile mit einer aus gesundheitlicher Sicht sehr ungünstigen Ernährungsweise. So ist die Fettzufuhr von Kindern und Jugendlichen heute zwar im Durchschnitt geringer als früher; es nehmen aber immer noch ca. 10 % der untersuchten Kinder und Jugendlichen mehr als 40 % der täglichen zugeführten Kalorien in Form von Fett auf. Außerdem werden mit Fleisch- und Wurstwaren zu viel tierische Fette mit einem hohen Gehalt an den unerwünschten gesättigten Fetten und zu wenig pflanzliche Öle gegessen.

Die Kohlenhydratzufuhr ist - wie von Ernährungswissenschaftlern gewünscht - angestiegen; anstelle von stärke- und ballaststoffreichen Vollkornprodukten werden aber zu häufig und zu viel Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an isolierten Zuckern und Weißmehl bevorzugt. Die Flüssigkeitsaufnahme ist zwar weitgehend ausreichend; viele Kinder trinken aber bevorzugt süße, kalorienreiche Limonaden anstelle von kalorienfreiem Trink- oder Mineralwasser. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und von dem Forschungsinstitut für Kinderernährung im Rahmen einer vollwertigen Ernährung empfohlenen Obst- und Gemüsemengen werden bisher nur von einem geringen Anteil der Kinder erreicht.

Insgesamt wurde festgestellt, dass bereits im Kindes- und Jugendalter Lebensmittel mit einer hohen Energiedichte bevorzugt werden, wie z. B. Süßigkeiten und Fast Food.

Die Versorgung mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen kann heute als ausreichend bezeichnet werden. Nur die Zufuhr an Vitamin D ist durchweg suboptimal und kann bei Kindern, die sich kaum im Freien aufhalten, schnell zu einer echten Mangelsituation mit langfristig negativen Folgen für die Knochengesundheit führen. Bei jugendlichen Mädchen, die wenig Fleisch und daraus hergestellte Produkte verzehren, ist die Eisenversorgung grenzwertig und bei Kindern und Jugendlichen, die wenig Milch und Milchprodukte essen, ist die ausreichende Versorgung mit Calcium gefährdet. Durch einen regelmäßigen und höheren Verzehr an Gemüse und Salat könnte auch die Versorgung mit dem Vitamin Folat bei mehr Kindern und Jugendlichen als bisher sichergestellt werden.

Das überall verfügbare Angebot an energiereichen und noch dazu sehr schmackhaften Lebensmitteln macht es unseren Kindern und Jugendlichen offenbar zunehmend schwerer, dauerhaft eine ausgeglichene Energiebilanz und eine normale Entwicklung des Körpergewichts zu erreichen. Eine ausgewogene, weniger energiereiche Ernährung und reichlich körperliche Bewegung sind langfristig am ehesten geeignet, Übergewicht und Fettsucht zu vermeiden oder zu reduzieren.

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 16.10.2007


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