Seehofer: Preissteigerungen der Lebensmittelketten bei Milch sind überzogen
Verwundert über das Ausmaß der von den Lebensmittelketten angekündigten bzw. bereits durchgeführten Preissteigerungen bei Milch und Milchprodukten zeigte sich heute Bundesverbraucherminister Horst Seehofer.
"Die derzeitigen Steigerungen der Erzeugerpreise für Milch rechtfertigen keinesfalls eine derartige Belastung der Verbraucher durch die Lebensmittelketten. Die Bauern bekommen mittlerweile einige Cent mehr für ihre Milch und das ist nur gerecht. Ich sehe aber keinen Grund, daraus die Preisspirale im Endprodukt um bis zu 50 % nach oben zu drehen." Auch die weltweite Verknappung von Milch und Milchprodukten, so der Minister weiter, könne nicht für eine solche Preiserhöhung herangezogen werden.
In diesem Zusammenhang ermunterte der Minister die Verbraucher, ihre Macht mehr auszuspielen und preisbewusst einzukaufen. "Vor nicht allzu langer Zeit habe ich noch gemahnt, dass qualitativ hochwertige Lebensmittel nicht zu Dumpingpreisen verkauft werden dürfen. Die Bauern haben vielerorts ihre Milch für kaum mehr als den Herstellungspreis verkaufen müssen. Es ist gut, wenn die Bauern mehr bekommen, es wäre aber schlecht, sollte der Handel die Situation jetzt ausnutzen." Der Minister fügte hinzu, dass man den Markt sehr genau beobachte, es jedoch von Seiten der Politik kaum eine Handhabe gäbe, dort hineinzuwirken."
Im Herbst diesen Jahres wird sich die europäische Kommission intensiv mit dem Thema: Milchmarkt beschäftigen. Erwartet wird ein Bericht zur Lage auf dem Milchmarkt. "Dieser wird Grundlage auch für weiteres Handeln auf europäischer Ebene sein, sagte Seehofer.
Pressemitteilung des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 30.07.2007