70 Jahre eisiges Vergnügen
Am 12. Juni 2007 jährt sich der Tag der Firmengründung des traditionsreichen Eisspezialisten Nestlé Schöller zum 70sten Mal. Grund genug, die vergangenen sieben Jahrzehnte der bewegten Eisgeschichte einmal kurz Revue passieren zu lassen. Heute ist ein leckeres Eis am Stiel, in der Waffel oder im Becher eine absolute Selbstverständlichkeit. Nahezu überall in Deutschland findet sich eine Truhe mit den leckeren Eis-Spezialitäten von Nestlé Schöller. Doch als der Nürnberger Theo Schöller vor 70 Jahren den Grundstein dafür legte, konnte er sich nur in seinen kühnsten Träumen ausmalen, welch großen Erfolg die „kalten Köstlichkeiten" einmal haben würden...
Die Anfänge - oder: wie alles begann
Wir schreiben das Jahr 1935. An einem Abend im Berliner Varieté „Skala" sieht der 18jährige Theo Schöller zum ersten Mal Eis am Stiel. Er ist so fasziniert von der kühlen Köstlichkeit, dass er überlegt, selbst Eiskrem herzustellen. Nur zwei Jahre später setzt er die Idee in die Tat um. Er gründet zusammen mit seinem Bruder Karl die Firma Schöller auf dem elterlichen Grundstück in Nürnberg, die am 12. Juni 1937 ins Handelsregister der Stadt eingetragen wird. An seinem 20. Geburtstag, dem 18. Juni 1937, wird sie unter großem Beifall der ganzen Familie eingeweiht, als Theo das erste Stieleis aus der Gefrierform zieht. Die Produktionsfläche maß magere 150 m2 - dementsprechend klein war auch die Anzahl der produzierten Eisformen: Rechteckig und rund.Doch schon damals hatte Schöller die Vision von seiner ganz persönlichen Eiszeit. In einem Nürnberger Café schwärmte er 1937: „Ich möchte mal Eis fabrikmäßig in solchen Mengen herstellen und in allen Geschmacksrichtungen in eigenen LKW Kolonnen in ganz Deutschland vertreiben, da liegt Zukunft drinnen, wenn man es richtig anpackt!". Und er packte es richtig an!
Der Aufstieg
Zunächst stellt Schöller das Eis in Lizenz für das Münchner Unternehmen Jopa her. Und obwohl es zu Anfang nur die vier Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade, Erdbeer und Zitrone gibt, wird das Eis bald weit über die Stadtgrenzen Nürnbergs bekannt. Auch die ersten größeren Umsätze auf Volksfesten lassen nicht lange auf sich warten. Nach kurzer Zeit produziert und verpackt die Firma Schöller bis zu 15.000 Eis am Stiel - Tag für Tag, und alles in Handarbeit! Die Auslieferung erfolgte über eine kleine Flotte von Fahrrädern mit Hilfsmotor. Da bis in die 1950er Jahre kaum Kühltruhen zur Lagerung an den Verkaufsstellen vorhanden waren, stellte Schöller seinen Kunden große Thermosflaschen leihweise zur Verfügung. Gekühlt wurde mit Trockeneis aus gefrorenem Stickstoff. 1956 ist übrigens das Geburtsjahr des legendären Sandwich Eises - ein echter Klassiker, der bis heute seinen festen Platz im Herzen einer großen Fangemeinde hat! Als 1960 der Linzenzvertrag mit Jopa endete, beschloss Theo Schöller, sein Eis künftig unter eigenem Namen zu verkaufen. Ein eigenes Logo wurde entwickelt und die neue Marke in Kino, Radio und Fernsehen beworben. Und das blieb nicht ohne Folgen: Der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr, mehr und mehr Sorten wurden ins Programm aufgenommen und neue Vertriebswege wurden erschlossen: Mitte der 1960er Jahre wagte Schöller den Einstieg in den klassischen Einzelhandel. 1966 wird die Produktpalette durch die bekannte Waffeltüte Nucki ergänzt. Mit Nucki Nuss ist diese Spezialität auch heute noch im Sortiment.
Schöller auf Erfolgskurs
In den 1970er Jahren platzte die bisherige Produktion aus allen Nähten. Produktionshallen und Lager wurden an- und umgebaut, um der stetig steigenden Nachfrage nachzukommen. Schöller verfügt mittlerweile über 90 Verkaufsniederlassungen in der gesamten Bundesrepublik - und ein Sortiment von 48 Eis-Spezialitäten. Im gleichen Jahr wird Schöller international, als eine Produktionsstätte in Wien eröffnet wird. Im Jahre 1974 beginnt die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Gastronomieunternehmen Mövenpick : Ein völlig neues, exquisites Eis entsteht. Erstmals mit leckeren Frucht-, Schokoladen- oder Nussstückchen und ganz besonders zartschmelzend. Damals wie heute ist es Synonym für „das Stückchen mehr Genuss". Heute gehört die Eismarke dem Mutterkonzern Nestlé . Ende der 1970er Jahre kommen erstmals Eiskreationen speziell für Kinder ins Sortiment. Zu Beginn der 1980er Jahre wird ein neues Werk zur Eisherstellung im niedersächsischen Uelzen gebaut und 1993 um ein Werk für tiefgekühlte Teiglinge erweitert. Seitdem kommen neben vielen Eisspezialitäten auch leckere Brezeln und verschiedene Kleingebäck-Variationen für die Gastronomie aus der Lüneburger Heide. Was die wenigsten wissen: Bereits 1989 führte Schöller das Mövenpick-Eiskonzept „Unser Eis des Jahres" ein und erweiterte es 1995 um „Unser Wintereis des Jahres".
Heute sind diese beiden, jedes Jahr neu kreierten, Varianten als die „EisCreation des Sommers" und „EisCreation des Winters" bekannt. In diesem Sommer ist es die exotisch-frische Kreation Mövenpick Madagaskar Vanille Papaya. Seit dem Jahr 2002 gehört Schöller zum weltweit größten Nahrungsmittelhersteller Nestlé und firmiert seit dem 01. Januar 2003 als Nestlé Schöller GmbH & Co. KG. Der Name Schöller ist aber nicht nur in der Firmierung fester Bestandteil geblieben - auch im neuen Logo, auf den Produkten und in der Kommunikation wird er als starke Marke weitergeführt. Dr. h. c. Theo Schöller, der unbestritten als Pionier der Speiseeisindustrie bezeichnet werden darf, war zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender aktiv, bevor er sich Schritt für Schritt zurückzog. Er verstarb am 23. Juni 2004, fünf Tage nach seinem 87sten Geburtstag. Am 18. Juni 2007 wäre er 90 Jahre alt geworden.
Mix aus Klassikern und innovativen Eisneuheiten
Heute kennt fast jeder in Deutschland Big Sandwich (1956), Caretta (1961), Bum-Bum (1986) und Co. Denn die beliebten Eis-Klassiker von Nestlé Schöller sind zum Teil schon über 50 Jahre im Programm. Und schon immer war ein topaktuelles Sortiment mit einem Mix aus echten Klassikern und innovativen Eisneuheiten die Basis für die Nürnberger Eis-Spezialisten. Heute mehr denn je: Ganze elf Innovationen laden allein bei Nestlé Schöller in diesem Sommer dazu ein, probiert zu werden! So zum Beispiel die neuen Sorten des lecker-leichten Frubetto mit weniger als 4 Prozent Fett. Oder aber die innovativen Pops mit einem knackigen, dunklen Überzug. Und auch Mövenpick kann mit vielen Neuheiten aufwarten: So zum Beispiel mit den vier neuen Sorten des conchierten Premiumeises. Oder mit Macao White Dream, einer sti(e)lvollen Kreation aus Eis mit Cheesecake-Geschmack, Himbeer-Cocktail und leckeren Keksstückchen... Bei so vielen eisigen Verführern ist garantiert für jeden etwas dabei!
Pressemitteilung der Nestlé Deutschland AG vom Juni 2007