rund um den Christstollen bei Rezepte-und-Tipps.de

eine deutsche Weihnachtsspezialität
Interessantes über den Christstollen
Foto: © Swetlana Wall
Für viele gehört er einfach zum Weihnachtsfest dazu, ob selbst gebacken oder gekauft. Die Rede ist vom Christstollen. Wie er entstanden ist und welche regionalen Unterschiede es gibt, erfahren Sie bei Rezepte-und-Tipps.de:

Für Menschen, die weder Sultaninen, Rosinen noch Orangeat oder gar Zitronat mögen, ist er einfach nur "bäh". Für alle anderen hält er seinen Status als praktischster Kuchen der Weihnachtszeit. Der Christstollen lässt sich wochenlang aufbewahren, bleibt immer saftig und verbreitet einen angenehm fruchtig-nussigen Geruch. Besonders gut passt er zu einem frisch gebrühten Tee und ist zudem sehr nährreich. Dabei war der Christstollen früher nur schnödes Fastenbrot, das nicht einmal Butter enthalten durfte.

Bereits im 13. Jahrhundert fand der Christstollen das erste Mal in einer Urkunde Erwähnung, kommt in seiner damaligen Rezeptur aber nicht ansatzweise an den heutigen, butterreichen Christstollen heran. Einzig die Form ist über die Jahrhunderte die Gleiche geblieben - schließlich soll sie an das in wärmende Windeln gewickelte Christkind erinnern. Doch im Mittelalter war der Christstollen ein Fastenbrot und basierte lediglich auf Mehl, Wasser und Hefe.

Es ist Kurfürst Ernst von Sachsen zu verdanken, dass der Christstollen im 17. Jahrhundert endlich geschmacklich verfeinert und angereichert werden durfte. Er wandte sich mit einem freundlichen Bittbrief an den Papst, ob es denn nicht möglich wäre, dem Stollen etwas Butter hinzuzufügen. Möglicherweise war der Papst ein Freund süßer Genüsse. Jedenfalls gestattete er fortan, den Stollenteig mit Butter zu strecken. Voraussetzung: Die Bäcker mussten ein Butter-Bußgeld entrichten, das dem Bau des Freiberger Domes zugute kam.

Mit der Aufhebung des Butterverbots gelangte der Christstollen nach und nach zu seinen jetzigen Rezepturen. Wahre Berühmtheit erreichte der Original Dresdner Christstollen, den sogar ein eigenes Siegel schützt. Das ist kein Zufall: Ein sächsischer Bäcker entschied, dass der Stollenteig durch Früchte und Nüsse noch feiner gelingen könnte.
So feiern die Sachsen auch in jedem Jahr am zweiten Adventssonntag ihr Stollenfest und wachen mit Argusaugen darauf, dass niemand ihren Christstollen kopiert oder gar verfälscht. Seine Zutaten sind indes kein Geheimnis: Neben Mehl, Hefe, Vollmilch und Kristallzucker kommen reichlich Frischbutter, Zitronat, Orangeat, Sultaninen, Mandeln und Gewürze in den Teig.

Neben dem berühmten Dresdner Christstollen gibt es aber etliche regionale Christstollen-Spezialitäten - zum Beispiel den "Bremer Klaben", das Erfurter "Schnittchen" oder aber die Münchner, Eifler und Kölner Varianten des Christstollens. Auch ist es inzwischen gang und gebe, dass Bäckereien eine kindergerechte Stollenvariante, die auf Schokoladenstücke und Marzipan statt auf Rosinen und kandierte Früchte setzt.

Eines bleibt jedoch bei allen gleich: Der Stollen erhält nach dem Backen eine dicke, schneeweiße Schicht aus gesiebtem Puderzucker. Frisch schmeckt der Stollen jedoch noch nicht so ganz.

Erst eine längere Lagerzeit lässt den festen Teig so richtig saftig und aromatisch werden. Das Zubereiten des Christstollens liegt heute vor allem in der Hand der Bäckereien; auch industriell wird der Stollen in hohen Stückzahlen angefertigt und in die Supermärkte ausgeliefert. Unterschieden wird dabei hauptsächlich zwischen dem Butterstollen, dem Mandelstollen, dem Marzipanstollen - bei preiswerteren Ausgaben wird auch Persipan eingesetzt -, dem Mohnstollen und dem lockeren Quarkstollen.

Dank der Früchte und des gehaltvollen Teiges sind sie aber allesamt sättigend und eine würzige, bekömmliche Alternative zu Plätzchen, Lebkuchen und Weihnachtstorte.

Gastautor: © B. B.


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ein einfacher Stollen
Diabetiker Stollen
und ein Quarkstollen für Diabetiker


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