Foodwatch lässt liefern: Online-Lebensmittelbestellung auf dem Prüfstand

Verschiedene Lebensmittel Foto: © monticellllo

Vor einiger Zeit testeten die Verbraucherzentralen Berlin und Brandenburg Online-Lieferdienste für Lebensmittel. Das Ergebnis: Auf dem Land wartet man schon mal etwas länger auf seine frischen Einkäufe. Auch die Verbraucherschützer von Foodwatch haben die Online-Händler auf die Probe gestellt. Neben der Lieferzeit standen auch Angaben zu Herkunftsländern und die Menge des Verpackungsmülls auf dem Prüfstand.

Fünf Online-Lebensmittelhändler im Test

Der Test wurde im November 2017 durchgeführt, die Ergebnisse in dieser Woche veröffentlicht. Die Testkäufer von Foodwatch bestellten beim Rewe-Lieferdienst, bei Allyouneedfresh, Amazon Fresh, Mytime und Bringmeister, einem zu Edeka gehörenden Lieferdienst. 21 Produkte legten sie jeweils in den Warenkorb, darunter Tiefkühlwaren und frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Am meisten zahlen mussten sie bei Allyouneedfresh, wo der Warenkorb 49,68 Euro kostete.

Amazon Fresh hatte mit 41,41 Euro den preiswertesten Warenkorb. Allerdings gibt es einen Haken: Lebensmittel kann nur bestellen, wer ein Amazon Prime Abo für 69,90 Euro im Jahr abgeschlossen hat und zusätzlich ein Fresh-Abo für 9,99 Euro im Monat abschließt.

Teilweise fehlen Angaben zum Herkunftsland

Bei frischem Obst und Gemüse müssen die Herkunftsländer angegeben werden. Wer online kauft, kann das genaue Herkunftsland aber nur schwer nachvollziehen. Der Online-Shop von Amazon Fresh führt so zum Beispiel 13 mögliche Herkunftsländer für Weintrauben auf. Bei Bringmeister fehlten einige der gesetzlich vorgeschriebenen Angaben sogar komplett.

Der Foodwatch Test bestätigt ein Ergebnis der Verbraucherzentralen: Auf dem Land warten Kunden länger auf ihre Lieferungen und müssen auch höhere Lieferkosten in Kauf nehmen. In der Stadt klappt die Online-Bestellung dagegen bequem, die Lieferung ist schnell im Haus. Negativ fiel Foodwatch die große Menge an Verpackungsmüll auf. Bei Lieferungen aufs Land fiel diese noch größer aus.

Außerdem kritisieren die Verbraucherschützer Mängel beim Datenschutz und der Barrierefreiheit der Shops. Die Online-Shops setzen zum Teil Tracker ein, die unbemerkt Informationen über das Nutzerverhalten sammeln und auswerten. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) prüfte für Foodwatch die Barrierefreiheit – mit vernichtendem Ergebnis: Alle Shops fielen durch.

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