Kommt bald eine Zuckersteuer?

Werden zuckerhaltige Getränke teurer?

zeitung mit Überschrift Essen und Trinken Foto: © Zerbor

Kein Aprilscherz: Zum 1. April 2018 hat Großbritannien eine Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt. Getränke, die mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 ml enthalten, kosten nun mehr. Andere Länder haben die Besteuerung bereits ausprobiert. Verschiedene Studien zeigen, welche Folgen das hat.

Britische Getränkehersteller reagieren

In Großbritannien reagierten die meisten Getränkehersteller noch vor der Einführung der neuen Abgabe und senkten den Zuckeranteil knapp unter den Grenzwert. Andere ersetzten den Zucker durch Süßstoff. Über ähnliche Erfahrungen berichten Frankreich, Irland, Portugal, Belgien, Norwegen, Estland, Mexiko, Saudi-Arabien, Singapur und Südafrika gemacht. Alle diese Länder erheben eine Sonderabgabe auf zuckerhaltige Softdrinks. In vielen Fällen änderten die Hersteller ihre Rezepte, in anderen Ländern ging der Absatz an Softdrinks zurück.

Eine Steuer auf stark zuckerhaltige Lebensmittel kann demnach den Konsum beschränken. Vor allem einkommenschwache Verbrauchergruppen würden seltener zu den ungesunden Produkten greifen, wenn diese mehr kosteten. Das zeigen mehrere Studien. Auch in Deutschland gibt es einige Stimmen, die für eine Zuckersteuer plädieren. Dazu gehört der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er fordert auch, gleichzeitig gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse geringer zu besteuern, um diese erschwinglicher zu machen. Mehr zum Thema Süße Durstlöscher

Anreiz zur gesunden Lebensweise oder Bevormundung?

Demgegenüber stehen Kritiker, die eine Zuckersteuer für eine Bevormundung des Verbrauchers halten. Zudem reagieren Konsumenten auf eine zusätzliche Steuer nicht immer so, wie erhofft: Dänemark führte 2012 zum Beispiel eine Fettsteuer ein. Die Verbraucher kauften aber keinesfalls weniger fettreiche Lebensmittel, sondern wichen auf Discounter aus. Daraufhin wurde die Fettsteuer wieder abgeschafft.

Experten schätzen: Eine Zuckersteuer wie in Großbritannien wird es in Deutschland so schnell nicht geben. Bei der Besteuerung von Lebensmitteln zeigt sich die deutsche Politik grundsätzlich zögerlich.
Bei uns finden Sie auch Tipps für eine ausgewogene Ernährung.

Foto: © Zerbor