Keine Steuern für Obst und Gemüse: So soll gesunde Ernährung attraktiver werden

Gesunde Ernährung soll preiswerter werden

Obst und Gemüse für eine gesunde Ernährung Foto: © eyetronic

Höhere Steuern für Schokolade und Co., dafür keine Steuern mehr auf Obst und Gemüse: Diesen Vorschlag unterbreitet eine aktuelle Studie, die von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Auftrag gegeben wurde.

Rund die Hälfte aller Deutschen ist zu dick

Der Hintergrund: Laut Robert-Koch-Institut ist mittlerweile jeder vierte bis fünfte Deutsche übergewichtig. Ein Viertel ist sogar als krankhaft fettleibig einzustufen. Hohes Übergewicht wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Neben einem höheren Risiko für Diabetes besteht die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten und neurogenerativen Erkrankungen. Außerdem belastet das Übergewicht den Bewegungsapparat. Das zieht Folgekosten für das Gesundheitssystem nach sich. Der DDG zufolge beziffern sich diese allein für Diabetes mellitus Typ II auf rund 35 Milliarden Euro im Jahr.

Grundsätzlich wissen die meisten Verbraucher natürlich, dass zu viel Zucker, Fett und Salz auf Dauer nicht gesund sind. Dieses Wissen allein führt aber noch nicht zur Ernährungsumstellung. Der Hamburger Gesundheitsökonom Tobias Effertz setzt in seiner Studie daher beim Geldbeutel an. Auf Grundlage von Studien zur Auswirkung von Lebensmittelpreisen auf das Ernährungsverhalten kommt er zu dem Schluss: Höhere Mehrwertsteuern auf ungesunde Lebensmittel könnten Verbraucher zum Umdenken bewegen.

19% Mehrwertsteuer auf ungesunde Lebensmittel

Sein Vorschlag: Obst und Gemüse sollten komplett von der Mehrwertsteuer befreit werden. Grundnahrungsmittel wie Getreideprodukte, Milch, Fleisch und Fisch würden weiterhin zum reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7% verkauft. Für zucker- und stark fetthaltigen Lebensmittel sollte der normale Mehrwertsteuersatz von 19% erhoben werden, für zuckerhaltige Getränke sogar auf 29%.

Eine gesunde Ernährungsweise würde damit günstiger, ungesunde Lebensmittel wären teurer. Andere Länder machen so ein System bereits vor – und haben damit Erfolg. Im kalifornischen Berkeley ging zum Beispiel der Absatz von Softdrinks nach der Steuererhöhung um 21% zurück. Zudem änderten viele Hersteller nach der Steueranpassung die Rezeptur ihrer ungesunden Produkte.

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