Plant Paradox-Diät: Wie funktioniert die lektinfreie Diät und ist sie gesund?

Neuer Diät-Trend

zeitung mit Überschrift Essen und Trinken Foto: © Zerbor

Alle paar Wochen macht ein neuer Diät-Trend die Runde. Das gilt vor allem im Sommer, wenn die Menschen nach der perfekten Bikini-Figur streben. Derzeit ist die sogenannte Plant Paradox-Diät ins Gespräch bekommen. Entwickelt hat sie der Kardiologe Dr. Steven R. Gundry in seinem Buch „The Plant Paradox“, auf Deutsch unter dem Titel „Böses Gemüse“ erschienen. Stars und Sternchen wie Kelly Clarkson schwören auf die Ernährungsweise. Doch was steckt dahinter? Und ist die Plant Paradox-Diät gesund? (Mehr Tipps zum Abnehmen)

Was ist das Paradoxe an der Plant Paradox-Diät?

Paradox ist die Ernährungsweise, da man dabei auf viele Lebensmittel verzichtet, die allgemein als gesund gelten. Gundrys Diät streicht Vollkornprodukte, viele Obst- und Gemüsesorten und Hülsenfrüchte vom Speiseplan. Der Grund: Die Produkte enthalten Lektine, ein Protein, das bestimmte Pflanzensamen für Tiere weniger genießbar und schwerer verdaulich macht. Lektine sorgen zum Beispiel dafür, dass wir rohe Bohnen nicht verdauen können oder von Kartoffeln mit grünen Flecken Magen- und Darmprobleme bekommen.

Verzicht auf Lektine soll zum Gewichtsverlust führen

Laut Gundry sind Lektine ein noch weit größeres Problem. Sie seien für einen gereizten Darm, Allergien, Müdigkeit und sogar für einen Anstieg von Autoimmun-, Krebs- und Demenzerkrankungen verantwortlich. Durch neue Pflanzenzüchtungen und Pflanzenschutzmittel würden wir heute so viele Lektine zu uns nehmen wie nie zuvor. Gundry ist davon überzeugt, dass eine Lektin-freie Ernährung nicht nur die Antwort auf viele Zivilisationskrankheiten ist, sondern auch zum Gewichtsverlust führt. Wer die Plant Paradox-Diät befolgt, verzichtet auf Nüsse und Samen, Getreideprodukte und -erzeugnisse wie Nudeln, Hülsenfrüchte, Früchte und gemüseartige Früchte wie Melonen, Gurken, Tomaten, Kürbis und Auberginen. Auch Kuhmilch, Zucker und bestimmte Öle sind tabu.

Ernährungsexperten raten ab

Aber ist das wirklich gesund? Ernährungsexperten stehen der Plant Paradox-Diät kritisch gegenüber. Der Gewichtsverlust komme keineswegs durch den Verzicht auf Lektine zustande, sondern dadurch, dass mit den Lektinen auch viele fett- und zuckerhaltigen Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen sind. Es gibt tatsächlich Menschen, die auf lektinhaltige Lebensmittel empfindlicher reagieren als andere und Darmprobleme bekommen. Studien zeigen jedoch, dass einfaches Kochen meist ausreicht, um negativen gesundheitlichen Effekten vorzubeugen. Eine strenge Plant Paradox-Diät habe daher mehr Nachteile, da mit ihr auch viele wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Fettsäuren aus der täglichen Ernährung verschwinden.

Lesen Sie auch: Reizmagen – Was hilft?

Foto: © Zerbor