Studie: Welche Auswirkungen hat die vegane und vegetarische Ernährung von Kindern?

zeitung mit Überschrift Essen und Trinken

Vegane und vegetarische Ernährung kann das Wachstum von Kindern verzögern: Zu diesem Ergebnis kommt eine Bielefelder Studie. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch: Die Studie weist Mängel auf und ist nicht repräsentativ.

„VeChi Diet“ heißt die Studie der Fachhochschule des Mittelstands. Die Forscher werteten die Daten von 364 Kindern aus, die vegan, vegetarisch oder mit fleischhaltiger Mischkost ernährt wurden. Die teilnehmenden Familien protokollierten drei Tage lang alle Lebensmittel sowie Getränke und Nahrungsergänzungsmittel, welche die Kinder zu sich nahmen. Außerdem fragten die Forscher nach Körpergröße und Körpergewicht der Kinder.

Zehn Prozent der vegan ernährten Kinder waren zu klein

Am vergangenen Donnerstag stellte die Fachhochschule des Mittelstands die Ergebnisse in Berlin vor. Demnach waren zehn Prozent der vegan ernährten Kinder zu klein für ihr Alter. Dasselbe trifft auf sechs Prozent der vegetarisch ernährten Kinder zu. Laut Studienleiter Michael Keller könne dies ein Hinweis auf eine nicht optimale Ernährung sein. Bei den Kindern, die eine fleischhaltiger Mischkost zu sich nahmen, stellten die Forscher keine Wachstumsverzögerungen fest, drei Prozent waren jedoch übergewichtig.

Mit 364 Teilnehmern ist die Studie allerdings nicht repräsentativ. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass es bei gut 90 Prozent der vegan und vegetarisch ernährten Kinder keinerlei Wachstumsprobleme gibt. Die Studie kommt so auch zum dem Schluss, dass eine vegane oder vegetarische Ernährung im Kleinkindalter durchaus den Bedarf an Nährstoffen und Energie decken kann, wenn die Eltern auf eine ausgewogene Nährstoffzufuhr achten. Eltern sollten vor allem eine ausreichende Vitamin B12-Versorgung im Auge behalten. Vitamin B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor und ist wichtig für die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems. (Tipps für eine ausgewogene Ernährung)

DGE rät von veganer Ernährung im Wachstum ab

Eine Blutuntersuchung der Probanden führte die Bielefelder Studie nicht durch. Daher kann sie keine Aussagen darüber machen, wie gut die teilnehmenden Kinder wirklich mit Nährstoffen versorgt sind. Auch die geistigen Fähigkeiten der Kinder wurden nicht getestet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält die Ergebnisse daher nur für bedingt aussagekräftig. Die DGE empfiehlt für Kinder und Jugendliche eine Mischkost und rät von veganer Ernährung im Wachstum ab. Wollen Kinder und Jugendliche sich dennoch vegan ernähren, sollten sie ein Vitamin B12-Präparat zu sich nehmen.

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Foto: © Zerbor