Kirschen und Wasser trinken – geht das gut?

Frische Kirschen

Es ist wieder Kirschenzeit! Ob süß oder sauer, ab Juli reift das knackige Steinobst. Wer einen eigenen Kirschbaum im Garten hat, macht sich an die Ernte. An allen bleibt der Weg auf den Markt oder in den Supermarkt. Frische Kirschen wecken wohl bei so manchem Genießer Kindheitserinnerungen. Dazu gehört auch der warnende Satz: Nach dem Kirschenessen soll man kein Wasser trinken, davon bekommt man Bauchschmerzen. Doch ist da wirklich was dran?

Sind Hefepilze schuld an den Bauchschmerzen?

Nicht nur Kirschen, auch anderes Steinobst wie Pflaumen und Aprikosen soll zusammen mit Wasser zu Bauchweh führen. Aber woran liegt das? Eine häufige Begründung: Auf der Schale der Früchte sitzen Hefepilze. Im Magen können diese mit dem Zucker aus dem Obst zu Alkohol vergären. Dabei entsteht Kohlendioxid, das Blähungen und Bauchschmerzen verursacht. Normalerweise tötet die Magensäure den größten Teil der Hefepilze ab. Wasser verdünnt die Magensäure jedoch, sodass es zur Gärung kommt.

Reichlicher Verzehr von Rohkost kann zu Blähungen führen

Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung, die diese Begründung bestätigt oder widerlegt. Tatsache ist, dass alle ungegarten Lebensmittel Keime enthalten. Beim Verzehr gelangen diese in unseren Magen. In der Regel sind diese Keime vollkommen unschädlich und der menschliche Verdauungstrakt kommt gut damit zurecht. Das gilt auch, wenn die Magensäure mit Flüssigkeit verdünnt ist.

Laut Bundesforschungsanstalt für Ernährung sei in früheren Zeiten eher Brunnenwasser von zweifelhafter Qualität für die Bauchschmerzen verantwortlich gewesen. Bei der heutigen Wasserqualität sei es kein Problem, ein paar Kirschen zu essen und darauf ein Glas Wasser zu trinken. Wer kräftig zugreift und reichlich Obst verzehrt, kann davon dennoch Blähungen bekommen. Das liegt an den Verdauungsgasen, die bei der Verdauung im Darm entstehen – ein Effekt, der auch durch andere Rohkost zustande kommt.
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Foto: © karepa