Kartoffeln kochen

Wie koche ich schmackhafte Kartoffeln?
Kartoffeln kochen kann wirklich jeder - zumindest fast jeder: Denjenigen, denen die Kartoffeln
Ein Sack Kartoffeln liegt zum Schälen bereit
Zuerst werden die Kartoffeln geschält
Foto: © BeTa-Artworks
entweder ständig überkochen oder gar anbrennen bzw. die die Kartoffeln fast roh oder völlig zerkocht aus dem Topf fischen, sei gesagt: Sie sind nicht allein. Einige Tipps und Kniffe helfen jedoch, aus der wertvollen Knolle die wunderschönsten Kartoffelgerichte zu zaubern. Hier ein paar Anregungen:

Auf die Sorte kommt es an:
Das Kartoffelkochen beginnt im Grunde genommen bereits im Discounter oder am Gemüsestand auf dem Markt. Es gibt unzählige Kartoffelsorten, die alle ihre ganz besonderen Eigenschaften im Geschmack und der Konsistenz haben. Grob gesagt sollten Sie sich zwischen mehlig kochenden, vorwiegend festkochenden und festkochenden Kartoffeln entscheiden. Auf der Verpackung ist diese Eigenschaft vermerkt. Als kleine Hilfe gilt: Mehlig kochende Kartoffeln eigenen sich hervorragend für Kartoffelbrei und eine reine Kartoffelsuppe, die vorwiegend festkochenden als Beilage für Hauptgerichte wie auch für Klöße und die festkochenden für Aufläufe und Kartoffeleinlagen in Suppen.

Wie schält man Kartoffeln?
Egal was Sie mit der Knolle vorhaben, sie muss immer gekocht werden und dafür wird sie zuerst
gewaschen. Möchten Sie Pellkartoffeln zubereiten, sollten Sie lieber die Kartoffeln etwas gründlicher mit Wasser und einer Bürste reinigen. Außer für Pellkartoffeln müssen alle Kartoffeln geschält werden. Mit einem Gemüsemesser ist dies mehr oder minder schnell erledigt. Gehören Sie zu den Küchenprofis, die mit einem normalen Küchenmesser von der Kartoffel nur noch ein Drittel übrig behalten, so greifen doch lieber zu einem bequemen Sparschäler. Wichtig beim Schälen der Knollen: Entfernen Sie alle dunklen Stellen und Keimansätze bereits vor dem Kochen. Geschälte Kartoffeln müssen sofort mit Wasser vollständig bedeckt werden, ansonsten entsteht durch den hohen Stärkegehalt in der Kartoffel an der Luft eine unansehnliche dunkelgrüne bis graue Farbe, die jedoch an der Qualität der Kartoffel nichts verändert. Manchmal ist diese Verfärbung sogar gewünscht, etwa bei grünen Klößen.

Für ein ideales Kochergebnis sollten die Kartoffeln klein geschnitten werden. Um nicht später eine harte Kartoffelhälfte und eine völlig breiige auf dem Teller zu haben, werden die Kartoffelstücken möglichst gleich groß geschnitten. Bei mittelgroßen Kartoffeln wagt die Hausfrau gern den klassischen "Viertelschnit", also jeweils längs und quer einfach in der Mitte durch. Steht Kartoffelbrei auf dem Plan, können die Knollen gern auch kleiner geschnitten werden und sind locker in zehn Minuten durchgegart, denn sie werden später eh gestampft und müssen nicht in einem Stück dekorativ als Beilage dienen.

Wie kocht man Kartoffeln?
Kartoffeln werden prinzipiell immer in Salzwasser gekocht, auch Pellkartoffeln können eine Prise
Kartoffeln werden geschält
Nach dem Schälen sollten Kartoffeln sofort ins Wasser
gelegt werden - Foto: © thingamajiggs
Salz vertragen. Achten Sie darauf, dass Sie von Meersalz mehr benötigen als von Steinsalz. Kartoffeln vertragen meist gern eine reichliche Prise. Zur Sicherheit: Nachwürzen geht immer! Alternativ kann das Kartoffelwasser auch anderweitig zusätzlich gewürzt werden, so etwa mit Kümmel oder Knoblauchzehen, die einfach mit gekocht werden.

Wählen Sie den Topf für die Kartoffeln nicht zu klein und möglichst mit einem passenden Deckel. Geben Sie die Kartoffeln, das Salz und reichlich Wasser in den Topf. Haben Sie vor, den Deckel permanent auf dem Topf zu lassen, reicht eine Wassermenge von ca. zwei Dritteln der Kartoffelmenge. Den Rest erledigt der Dampf. Ansonsten bedecken Sie die Kartoffeln fast vollständig mit Wasser und drehen die Kochplatte auf die höchste Stufe.

Wie lange müssen Kartoffeln kochen?
Jetzt heißt es warten bis das Wasser kocht und sich dabei möglichst nicht aus der Küche bewegen, denn sonst passiert das Unausweichliche und die Kartoffeln kochen über. Um dieser Schweinerei aus dem Weg zu gehen, drehen Sie Hitze runter, sobald das Wasser kocht. Die Kartoffeln müssen jedoch weiterhin noch leicht köcheln. Für normal große Kartoffelstücke von ca. 5 cm Größe reichen ca. 15 - 20 Minuten aus, um sie fertig zu garen.

Woran erkenne ich, ob die Kartoffeln gar sind?
Ein einfacher Trick hat schon zu Uromas Zeiten funktioniert. Mit einer Gabel oder einem spitzen Messer sticht man in eine Kartoffel. Gibt es kaum Widerstand ist sie gar. Braucht man viel Druck, müssen sie noch etwas kochen und zerfallen sie bereits beim Einstechen ist es schon fast zu spät und sie müssen sofort raus.

Vom Topf auf den Teller:
Das Wasser der Kartoffeln muss vor dem Verzehr abgegossen werden. Dafür verwenden Fortgeschrittene in der Küche einfach den Deckel. Er wird leicht gekippt, so dass auf einer Seite des Topfes der Deckel ca. zwei bis drei Zentimenter des Inneren frei gibt und dann über der Spüle abgegossen. Vorsicht: der nach oben steigende Dampf der Kartoffeln ist wirklich heiß - Verletzungsgefahr. Diejenigen, die mit dem jonglieren des Deckels noch nicht so versiert sind, nehmen einfach ein Küchensieb und lassen darin die Kartoffeln abtropfen. Fertig.

Warum färben sich Kartoffeln manchmal nach dem Kochen dunkel?
Die sogenannte "Kochdunkelung" tritt nicht immer auf und ist abhängig von vielen Faktoren. Meist erscheinen die dunklen Stellen erst nachdem die Kartoffeln nach dem Kochen etwas zum Abkühlen standen. Sie haben keinen Einfluss auf den Geschmack und die Essbarkeit, sie sind lediglich unansehnlich. Während des Kochens kommt es zu einer Reaktion innerhalb der Kartoffel zwischen Eisenionen der natürlich vorhandenen Chlorgensäure. Je nach Sorte und Nährstoffgehalt der Pflanze enthält die Kartoffel viel oder wenig Citronensäure. Je höher ihr Gehalt, desto seltener sind die dunklen Verfärbungen. Betroffen sind auch Kartoffeln, die über den Winter gelagert wurden bzw. die Schäden vom Transport davon getragen haben.

Die Kartoffel ist eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel. Sie enthält wertvolle Inhaltsstoffe, kaum Fett, dafür viel Stärke und Ballaststoffe. Allein um sich gesund zu ernähren, sollte die Kartoffel auf jedem Speiseplan stehen und nicht zuletzt, weil sie einfach nur richtig gut schmeckt!
Text: C. D.

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