Kohl ist sehr gesund

Kohl - nicht nur Sauerkraut und Rotkohl zu Klößen
Wer bei dem Stichwort Kohl sofort die Nase rümpft und an Großmutters Krauteintopf denkt, hat die Vielfalt und Wandlungsfähigkeit von Kohl gehörig unterschätzt. Kohlgemüse, das seit
Verschiedene Kohlsorten
Blumenkohl und Brokkoli gehören zu den
beliebtesten Kohlsorten
Jahrtausenden bekannt und immer wieder weiter gezüchtet wurde, ist nicht nur gesund - es überzeugt durch Geschmack, Vitamingehalt und einer interessanten Sortenvielfalt. Wer sich an die Verarbeitung von Kohlgemüse herantraut, wird seinen Speiseplan um eine bunte Mischung leckerer Gerichte erweitern und bereichern können.

Beliebte Kohlsorten:
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Kohlrabi
  • Rosenkohl
  • Rotkraut
  • Sauerkraut
  • Wirsing

  • Warum ist Kohl gesund?
    Kohl gilt als typisches deutsches Gemüse, da er in Form von Sauerkraut weltweit zu Ruhm gelangt
    ist. Dabei stammt Kohlgemüse ursprünglich aus dem Mittelmehrraum, wo es nach und nach aus Wildkohl gezüchtet und kultiviert wurde. Vor allem in Asien wird heute sehr viel Kohl angepflanzt und verzehrt, aber auch auf allen anderen Kontinenten hat er schon lange in unterschiedlichen Sorten Einzug gehalten. Er ist nach Tomaten das zweithäufigste angebaute Gemüse weltweit. Nicht ohne Grund, denn er wird nicht nur wegen seines hervorragenden Geschmackes so geschätzt, Kohl ist zudem noch ein Lieferant für viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. So finden sich in nahezu allen Kohlsorten die Vitamine A, B, E und K, sowie das wichtige Vitamin C wieder. Außerdem enthält Kohl Eisen, Kalium, Magnesium und Kalzium. Obendrein fördern die enthaltenen Ballaststoffe die Verdauung und sind Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

    Kohl als Heilmittel
    Kohl ist also gesund. Die Heilwirkung der Pflanzen ist schon seit Jahrtausenden bekannt. So wurde Kohl als Heilmittel für vielerlei Gebrechen eingesetzt und findet auch heute noch in der Naturheilkunde und im Portfolio der Ernährungsberater seinen festen Platz. Sie schätzen die entwässernde Wirkung des Kohls, ebenso seine blutbildenden Eigenschaften. Da Kohl aufgrund der vielen Ballaststoffe sättigend ist aber kaum Kalorien hat, wird er oft in Ernährungsplänen und Diäten eingesetzt, zum Beispiel um den Blutzuckerspiegel von Diabetes-Patienten positiv zu beeinflussen. Viele Kohlsorten gelten als typische Wintergemüse. Wer sich in seiner Ernährung an saisonalen Produkten orientiert, wird im Winter an Kohl nicht vorbei kommen. Denn er ist typisch für die kalte Jahreszeit und dafür ein wichtiger Energielieferant.

    Verschiedene Kohlsorten
    Seinen typischen Geschmack verdankt der Kohl den enthaltenen Senfölen. Sie machen den Kohl nicht nur gesund sondern auch sehr aromatisch. Wer bei Kohl zuerst an Weißkohl denkt, ist nicht allein. Weißkohl ist die in Deutschland am häufigsten angebaute Kohlsorte. Dabei muss man sich nur trauen, auch andere und schmackhafte Kohlsorten zu entdecken. Eine Abwandlung des Weißkohls ist zum Beispiel der Spitzkohl, seine Blätter sind weicher und lassen sich ebenso in der kalten und warmen Küche verwenden. Spitzkohl mit Peperoni-Vanille-Sahnesauce auf Nudeln klingen für den Gaumen ungewohnt, sorgen aber für eine positive Geschmacksexplosion der anderen Sorte.

    Das Wunderbare an Kohl ist, dass je nach Sorte verschiedene Teile der Pflanze verwendet werden. Eine typische Blattkohlart zum Beispiel ist Grünkohl, sie ist im Norden Deutschlands fest verankert. Neben dem normalen Grünkohl sind regional ganz eigene Untersorten bekannt, bei denen die Pflanzen beispielsweise als Lippische Palme bezeichnet bis zu zwei Meter hoch wachsen. Während bei Rosenkohl, einer der wichtigsten Vitamin-C Lieferanten, die Triebknospen in den Blattachsen geerntet werden, muss man bei Kohlrabi schon knapp über dem Erdboden den verdickten Stängel suchen. Ähnlich verhält es sich bei der Steckrübe, sie wächst als Knolle unter der Erde. Auch sie gehört zu den Kohlsorten, die seit einiger Zeit eine wahre Renaissance erleben.

    Wirsing ist ähnlich dem Weiß- und Rotkohl ein Kopfkohl. Die locker sitzenden Blätter werden gern herzhaft mit Schinken oder Fleischfüllung angeboten, sind aber auch für Pfannengerichte, als Basis für Aufläufe oder zu Fisch äußerst schmackhaft. Ein echter Hingucker auf dem Teller ist der Romanesco. Seine leuchtend grüne Farbe und die türmchenartige Form der Knospen laden zum Kosten ein und versprechen eine wahre Gaumenfreude. Pak Choi und Chinakohl gelten für Europäer eher als Neuland, in Asien jedoch gehören sie seit 1500 Jahren als vitaminreiches Hauptnahrungsmittel auf die Tageskarte. Als Salat oder warm serviert ist Chinakohl eine echte Alternative zum häufig verwendeten Weißkohl.

    Kohl galt früher als "Arme Leute Essen", denn er sorgte dafür, dass auch im Winter genügend sättigende und vitaminreiche Kost für jeden auf den Tisch kam. Ausnahmen bildeten lange der Blumenkohl und der Brokkoli. Sie bezeichnete man als edel und verwendete sie früher nur in der "Haute Cuisine". Heute sind Blumenkohl und Brokkoli aus der Standardküche der Deutschen nicht mehr wegzudenken. Seltener findet man als Kohl den Roten Senf. Dessen Blätter werden ähnlich dem Blattsalat gern gezupft und roh als Salat gegessen.

    Und so gibt es noch unzählige Sorten von Kohl, die in ihrer Vielfalt und dem Geschmack für Abwechslung und eine mannigfaltige Variation an Gerichten auf deutschen Tischen sorgen. Und wer bei Kohl zukünftig immer noch an Witwe Bolte und ihr Sauerkraut denkt, hat die Variationsbreite des Kohls immer noch nicht erkannt.
    Text: C. D.

    Tipp:
    Wenn man zu Kohlgerichten beim Kochen ein paar Walnüsse hinzufügt, stinkt es nicht so stark.

  • Gemüse
  • Wintergemüse
  • Feldsalat
  • Lauch
  • Linsen
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Schwarzwurzeln




  • Weiterführende Informationen:
    Gemüse lagern - Was gehört in den Kühlschrank?