Rotkohl ist eine beliebte Beilage

So bereitet man Rotkraut zu
Gerade in den kälteren Jahreszeiten ist es in Deutschland eine sehr beliebte Beilage zu deftigen
Ein aufgeschnittener Rotkohl
Was kann man aus Rotkraut machen? - Foto: © GeoM

Gerichten: der Rotkohl. Wie er zubereitet wird und was man sonst noch mit Rotkohl machen kann erfahren Sie hier:

Bei Kindern ist es vor allem als Zungenbrecher beliebt: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. Na? Knoten in der Zunge? Der lässt sich am besten mit einem aromatischen Rotkraut-Gericht lösen. Das farbenfrohe Gemüse ist dank seines hohen Vitamingehalts und seines charakteristisch süß-würzigen Geschmacks vor allem in der Herbst- und Winterzeit ein souveräner Begleiter für deftige Fleischrezepte und bunte Salate.

Zugegeben, seine Flecken sind der Graus einer jeden Hausfrau: Sie fressen sich in einem bombastischen Lila tief ins Leinen der gestärkten Tischdecke und widersetzen sich nicht selten auch ausgefeiltesten Reinigungsmethoden. Aber ach, er ist so köstlich, der Rotkohl. Das Blaukraut. Oder Rotkraut. Namen hat das Gemüse viele, gemeint ist aber dasselbe: ein bläulicher Kohlkopf, der voller Vitamine und Mineralien steckt und selbst Gourmets zu Höchstleistungen antreibt.

Die Tage, in denen das Rotkraut als derbes Gasthausgemüse galt, sind gezählt. Feinschmecker haben die Vorteile des flexiblen Kohlkopfes längst erkannt und wissen ihn um etliche neue Geschmacksnuancen zu bereichern.

Wie bereitet man Rotkohl zu?
Wer den Rotkohl frisch zubereiten möchte, muss allerdings ein wenig Arbeit in Kauf nehmen. Nach dem Putzen und Waschen wird er in Streifen geschnitten und dann weiter verarbeitet - entweder roh
als Salatzugabe oder gegart als Beilagengemüse. Dabei sollten auf keinen Fall Töpfe und Pfannen aus Aluminium verwendet werden: Der Rotkohl verfärbt das Aluminium nicht nur dauerhaft - beim Kochen geht auch ein unerwünschter metallener Geschmack auf das Gemüse über. Zum Garen braucht das Rotkraut zirka anderthalb Stunden und durchlebt dabei seine berühmte Metamorphose: Das Blau des rohen Gemüses verwandelt sich langsam in ein kräftiges, edles Dunkelrot.

Für stressgeplagte Menschen, die auf das leckere Rotkraut nicht verzichten wollen, aber weder über die Zeit noch über das Talent verfügen, es selbst zuzubereiten, gibt es Alternativen: Fertig gekochtes und gewürztes Rotkraut wird inzwischen in guter bis Gourmet-Qualität und verlockend preiswert in Dosen, gekühlten Frischepackungen und gefroren angeboten. In der Mikrowelle oder auf dem Herd lässt es sich innerhalb weniger Minuten erhitzen und macht sich hervorragend zu kross gebratenen Bratwürsten, einer Entenkeule oder einem saftigen Schweinebraten.

Rotkraut Variationen:
Eine klassische Blaukohl-Variante ist das Apfelrotkraut: Hierfür wird die säuerliche Grundnote durch geriebene Äpfel angenehm verstärkt und zudem leicht gesüßt. Auch Speckwürfelchen oder fein gedünstete Zwiebeln schmeicheln dem purpurnen Kohlgemüse.

Exquisit wird die Angelegenheit, wenn man dem Kohl einen Hauch Exotik verpasst und ihn mit Rosinen, einem Schuss Rotwein und Zimt verfeinert. In dieser Version passt er ideal zu gedünsteten Wachteln in einer delikaten Marsala-Soße oder einer mit frischem Knoblauch gespickten Entenbrust aus dem Backofen.

Auch Wacholderbeeren, Johannisbeergelee und Preiselbeeren passen zum Rotkohl. Um die Süße etwas auszugleichen, können die fruchtigen Beigaben mit einem Schuss Essig abgemildert werden. Eine interessante Schärfe bekommt der Rotkohl, wenn man ihn gegen Ende der Garzeit mit frisch geriebenem Ingwer vermischt. Ingwer, Kümmel und Zimt sorgen übrigens nicht nur für eine exotische Note, sondern unterstützen auch die Verdauung bei ihrer bekanntlich nicht immer so leichten Arbeit mit dem deutschen Kohlgemüse.
Text: © B. B.


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  • Weiterführende Informationen:
    Gemüse lagern - Was gehört in den Kühlschrank?