Bezeichnung von Honig

Flüssiger Honig
Was man über die Bezeichnung von Honig wissen sollte - Foto: © Oleksii Sergieiev

Erfahren Sie hier was der Unterschied zwischen Sortenhonig und Mischhonig ist und was man über die Bezeichnung von Honig wissen sollte.

Wissenswertes über die Bezeichnung von Honig

Honig können Sie direkt beim Imker in der Nachbarschaft kaufen oder im Handel, egal ob im Bioladen oder bei Aldi und Co. Die Hersteller sind bei den Bezeichnungen erfinderisch, müssen sich aber an Regeln halten. Selbst der Imker um die Ecke darf seinen Honig nicht beliebig benennen.

Sortenhonig oder Mischhonig?

Wenn Sie einen Lindenhonig kaufen, dürfen Sie erwarten, dass es auch ein sortenreiner Lindenhonig ist. Das bedeutet, dass die Bienen den Nektar überwiegend von Linden gesammelt haben. Da Bienen beim Sammeln blütentreu vorgehen, dass heißt sie bleiben bei einer Blütenart, weiß der Imker, dass seine Bienen zu Zeiten einer Massentracht beinahe ausschließlich diese Blüten anfliegen. So entstehen die Sortenhonige wie Rapshonig, Linden-, Kastanien-, Heidehonig oder auch Waldhonig, deren Grundlage jedoch nicht Nektar sondern Honigtau ist. Um reine Sortenhonige zu erhalten, wandern einige Imker die Massentrachten gezielt an. Viele Imker mit nur wenigen Völkern verzichten auf das Wandern, so dass ihre Bienen das sammeln, was vor ihrer Haustür wächst. Sie fliegen die Obstblüte, Garten- und Wildkräuter, Blumen, verschiedene Bäume und selbst Gräser an. So entstehen Mischhonige, die der Imker zum Beispiel als Frühjahrsblüte mit Löwenzahn, als Obstbaumblüte oder Frühsommerhonig mit Robinie bezeichnet. Er geht von den Pflanzen seiner Umgebung aus und produziert genau den Honig, der der Landschaft entspricht. Pollenallergikern wird empfohlen, genau diesen würzigen Mischhonig vor Ort zu kaufen, da er Pollen und Inhaltsstoffe aus der Umgebung enthält. So kann sich der Allergiker langsam desensibilisieren.

Eine Honigwabe
In so einer Honigwabe lagern die Bienen den Honig
Foto © H. Dommnich

Bestimmung der Honigsorte

Große Erwerbsimkereien lassen ihren Honig über eine Pollenanalyse bestimmen. Für kleine Imker lohnt dies oft nicht, denn eine Pollenanalyse ist aufwendig. Unter dem Mikroskop werden 500 verschiedene Pollen aus der Honigprobe untersucht. Runde Pollen zeigen Raps an, sternförmige gehören zur Sonnenblume und der von Obstbäumen ist dreieckig. Jede Pflanzenart hat ein für sie charakteristisches Pollenkorn. Anhand der Pollenanalyse kann ein Imker nachweisen, dass er tatsächlich sortenreinen Honig produziert. Es ist natürlich erlaubt, dass in jedem Honig eine bestimmte Menge "fremder" Pollen enthalten sein darf, denn 100prozentig reine Sortenhonige kann es nicht geben. Dazu sind Bienen immer noch zu sehr Wildtiere, als dass sie sich vorschreiben lassen, wo sie sammeln.

Beliebte einheimische Honigsorten

Lindenhonig riecht eindeutig nach Lindenblüten und wird im Winter gerne bei Erkältungen verwendet. Der goldfarbene Honig ist am Anfang sirupartig und kristallisiert später aus. Sein Geschmack ist kräftig, fruchtig und kann sogar minzig sein.

Rapshonig ist flachsfarben, manchmal fast weiß und kristallisiert sehr schnell aus. Er ist als milder Honig sehr beliebt. Durch seinen hohen Traubenzuckeranteil wird er von Sportlern als schneller Energiespender geschätzt.

Tannenhonig ist eine lange flüssig bleibende Sorte, die überwiegend aus dem Schwarzwald kommt. Es ist ein dunkler Waldhonig, wird von den Bienen also aus Honigtau und nicht Nektar produziert.

Rubinienhonig wird irrtümlich oft als Akazienhonig bezeichnet. Die in Deutschland vorkommenden Akazien sind eigentlich Robinien, daher der Irrtum. Dieser Honig ist sehr mild, bleibt lange flüssig und wird gerne für Tee oder Salate verwendet.

Eine Bienenkönigin
Eine Bienenkönigin mit ihrem Bienenvolk
Foto © H. Dommnich
Buchweizenhonig ist ein sehr kräftiger, dunkler Honig mit einem deutlichen Geschmack nach Maltose. Er ist recht selten und daher auch entsprechend teuer.

Ebenso kostbar ist Heidehonig, der aus dem Norden und Osten Deutschlands stammt. Er ist im Geschmack würzig, herb und unverwechselbar. Heidehonig wird erst im Spätsommer geschleudert.

Warum kristallisiert Honig aus?

Einige Honigsorten bleiben lange flüssig, andere kristallisieren schnell aus. Dies hängt von der Zuckerzusammensetzung ab. Jeder Honig enthält Frucht- und Traubenzucker. Die beiden natürlichen Zuckerarten variieren je nach Sorte. Rapshonig enthält zum Beispiel viel Traubenzucker. Dieser bildet Kristalle, der Honig wird schnell fest. Sorten mit mehr Fruchtzucker und wenig Traubenzucker bleiben länger flüssig. Das Kandieren des Honigs ist ein Zeichen, dass dieser naturbelassen und nicht erhitzt wurde. Einige Imker rühren ihren Honig in der Phase des Festwerdens. Durch das mechanische Rühren werden die sich bildenden zusammenhaftenden Kristalle gelöst und es entsteht ein cremiger Honig. An der Zusammensetzung ändert sich dadurch nichts, es ist ein rein mechanischer Vorgang. Fester Honig wir im Wasserbad bis zu 40 Grad wieder flüssig. Bei höheren Temperaturen gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren.
Text: H. D.

Wissenswertes über das Naturprodukt Honig



Lebensmittelkunde

Wissenswertes über Lebensmittel

( Alle Angaben ohne Gewähr / Stand: 19.05.2018 )

[ Zum Seitenanfang ]