Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Kochlöffel
Zusatzstoffe in Lebensmitteln? - Symbolbild: © Kunstzeug

Erfahren Sie in diesem Artikel Wissenswertes über Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Infos über die E-Nummern:

Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln - es ist alles so schön bunt hier

Satte Farben, eine lange Haltbarkeit und so manches Geschmackserlebnis wären ohne den Einsatz von Zusatzstoffen bei Lebensmitteln nicht zu erzeugen. Farbstoffe, Konservierungsmittel und Co. sind aus der Lebensmittelproduktion längst nicht mehr wegzudenken. Allein für den Geschmack werden riesige Mengen an Stoffen ins Essen gemischt: In der EU kommen jedes Jahr fast 190.000 Tonnen Aromen ins Essen. Weltweit werden mit dem Handel an Lebensmittelzusatzstoffen jährlich mehr als 18 Milliarden Euro umgesetzt, so das Ergebnis umfangreicher Recherchen des Lebensmittelkritikers Hans-Ulrich Grimm aus Stuttgart.

Zusatzstoffe machen krank

Doch viele Verbraucher sind davon wenig begeistert. Immer mehr Menschen reagieren mit gesundheitlichen Beschwerden, Allergien oder auch nur einer unspezifischen Abneigung gegen die Zusatzstoffe im Essen. Natürlich können auch viele natürliche Stoffe Allergien auslösen, wie beispielsweise Äpfel, Eier, Getreide oder vor allem auch Nüsse. Allerdings sind die natürlichen Produkte problemlos zu erkennen: Im Apfel sind keine Nussproteine und im Getreide keine Zitronensäure. Allergiker können kritische Produkte problemlos meiden. Ganz anders ist das bei den hochverarbeiteten Lebensmitteln. "Dort herrscht regelmäßig ein verwirrendes Gemenge", warnt Hans-Ulrich Grimm.

Die E-Nummern

Alternativen sind Bio-Produkte. Bei verarbeiteten Bio-Lebensmitteln sind viel weniger Zusätze erlaubt als bei konventionellen Produkten. Insgesamt hat die Europäischen Union 316 Lebensmittelzusatz- und -hilfsstoffe zugelassen.

Die EG-Ökoverordnung begrenzt ihre Verwendung bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln jedoch streng: "Nur 47 dürfen hier eingesetzt werden. Erlaubt sind Stoffe, die vorzugsweise in der Natur vorkommen oder ohne die das Öko-Lebensmittel nachweislich nicht herzustellen oder haltbar zu machen ist", erläutert Heidi Schworm, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Farbstoffe und Geschmacksverstärker - wie beispielsweise Glutamat - sind nicht zugelassen. Ebenso tabu ist der Einsatz von Konservierungsstoffen - abgesehen von Schwefel bei der Weinerzeugung sowie Natriumnitrit und Kaliumnitrat bei Fleischerzeugnissen.

Allerdings ist das Nitritpökelsalz in den Bioland-Richtlinien nicht zugelassen und auch in Brüssel mehren sich die Stimmen, diese Stoffe aus den Bio-Produkten zu verbannen. Bio-Käseerzeuger dürfen ihre Käse nicht mit dem Antibiotikum Natamycin behandeln. Sie müssen strenge Hygienemaßnahmen einhalten, um ihren Käse vor Verderb zu schützen. Bei konventionell erzeugtem Schnittkäse ist das umstrittene Natamycin hingegen häufig anzutreffen - seine Verwendung wird auch mit "E 235" gekennzeichnet.

Gibt es Alternativen?

Aus tierischen oder pflanzlichen Rohstoffen gewonnene Aromen sind bei "Bio" erlaubt. Dies können zum Beispiel Bakterien oder Baumrinde sein. Öko-Anbauverbände wie beispielsweise Bioland sind jedoch strenger als die EG-Ökoverordnung: Sie erlauben nur aus pflanzlichen Lebensmitteln gewonnene natürliche Aromastoffe und -extrakte für Milcherzeugnisse und Speiseeis.

Wer Zusatzstoffe so weit wie möglich meiden möchte, findet bei Bio-Lebensmitteln also echte Alternativen. Trotzdem sollte man auch hier einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Im Internet lässt sich dann leicht recherchieren, was die E-Nummern der Zusatzstoffe bedeuten und wie eventuelle Risiken zu bewerten sind.
Text: A. G.

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( Alle Angaben ohne Gewähr / Stand: 25.09.2018 )

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