Gesunde Cranberries

Was sind Cranberries?
Sicher haben Sie auch schon mal von Cranberries gehört oder sie vielleicht schon mal im Joghurt
Ein Körbchen mit Cranberries
Wofür kann man Cranberries verwenden?
Foto: © Valentin Mosichev
oder als Bonbon zu sich genommen. Aber woher kommen sie eigentlich und was kann man mit diesen Beeren machen?

"Pemmican" heißt jene abenteuerliche Mischung aus getrocknetem Büffelfleisch, Fett und Cranberries, mit denen die Indianer Amerikas sich auch in schlechten Zeiten zu ernähren wussten. Pemmican schmeckt für europäische Gaumen schlichtweg grausam; Cranberries allerdings entpuppten sich in den vergangenen Jahren nicht nur als aromatische Beere, sondern vor allem als rundes Gesundheits-Wunderwerk der Natur. Cranberries wirken antibakteriell, beugen Blasenentzündungen vor und stecken voller lebenswichtiger Vitamine.

"Ibimi" oder "Sassamanesh" lauteten die klingenden Namen, welche die Indianer von Neuengland den duftenden, leuchtend roten Cranberries verliehen. Erst als die Pilgrim Fathers, Missionare aus Europa, im 17. Jahrhundert an der Küste Amerikas strandeten und sich mit der indianischen Kultur auseinander setzten, lernten sich Erntedank-Truthahn und "Ibimi" das erste Mal kennen: Anlässlich des großen Festmahls haben die Pilgrim Fathers ihren gebratenen Vogel mit den wild wachsenden Beeren kombiniert und ihnen den Namen "Crane Berry" verliehen.
Der Grund dieser ungewöhnlichen Bezeichnung liegt in der Form ihrer Blüte: Sie hat die Missionare an den Kopf eines Kranichs erinnert. Auch heute noch werden die Cranberries vorwiegend in den USA und Kanada angebaut; die jährliche Wahl einer Cranberry-Queen spricht für den hohen Stellenwert der einheimischen Beere.

Zum Gedeihen brauchen Cranberries einen nassen Boden und viel Platz. So spielen die Feuchtgebiete, in denen sie kultiviert werden, auch für die Tierwelt Amerikas eine wichtige Rolle. Der seltene weiße Seeadler beispielsweise hat in den weitreichenden Cranberry-Anlagen ein festes Zuhause gefunden.

Wann gibt es Cranberries?
Von Oktober bis Dezember schmücken frische Cranberries neuerdings auch die deutschen Wochenmärkte. Wer sie pur kostet, wird die Lobgesänge auf die gesunde Frucht kaum nachvollziehen können: Cranberries sind markant sauer und sehr fest; ihre prallen Schalen bieten den Zähnen ungewohnten Widerstand.
Dafür lassen sie sich gesüßt wunderbar zu Kompott, Soßen und Säften weiterverarbeiten. Auch in Kuchen geben sie sich unkompliziert, da sie ihren Saft für sich behalten und den Teig nach dem Backen nicht durchnässen. Getrocknete Cranberries können hervorragend mit Müslimischungen kombiniert werden und entwickeln dabei einen angenehmen, intensiven Duft, der einem Parfum durchaus Konkurrenz machen könnte.

Warum sind Cranberries so gesund?
Kulinarisch sind die Cranberries also eher bodenständiger Natur - doch angesichts ihrer inneren Werte geraten Ernährungswissenschaftler ins Schwärmen. Schon die Indianer verwendeten die Beeren unter anderem, um Wunden zu desinfizieren; Walfänger beugten mit dem Verzehr von getrockneten Cranberries dem gefährlichen Skorbut vor.
Umfassende Studien haben ergeben, dass der regelmäßige Genuss von frischem Cranberry-Saft dabei hilft, chronische Blasen- und Harnwegsleiden zu mildern, da vermutlich bestimmte Stoffe aus der Cranberry verhindern, dass sich Bakterien dauerhaft an den Schleimhäuten ansiedeln.
Derzeit wird überdies geprüft, ob Cranberries auch im Verdauungssystem des Menschen segensreich wirken und dort die Vermehrung von schädlichen Kolibakterien eindämmen können. In Grippezeiten ist der Verzehr der Cranberries allemal zu empfehlen: 100 Gramm Beeren enthalten bis zu zehn Milligramm Vitamin C, Kalium, Phosphor und wertvolle Antioxidantien.
Gastautor: © B. B.


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