Was tun gegen Sodbrennen?

Sodbrennen - Wenn es im Magen brennt...
Ein saftiger Braten als Festtagsschmaus, ein Gläschen Bier oder Wein dazu und noch ein gehaltvoller aber leckerer Nachtisch hintendrein - so könnte es einem schon gut gehen. Wenn sich
Deftiger Braten und ein Bier
Nach so einem Essen haben viele Sodbrennen
Foto: © Michael Röhrich
da nicht bei vielen ein ähnliches Problem einstellen würde: Sodbrennen. Was für die einen nur ein bitteres Aufstoßen nach einem zu gehaltvollen Essen darstellt, ist für andere ein ernsthaftes gesundheitliches Problem mit Folgeerkrankungen.

Wie äußern sich die Symptome bei Sodbrennen?
Sodbrennen nimmt ein Großteil der Betroffenen als Schmerz hinter dem Brustbein wahr, dessen Ursache im Oberbauch liegt. Diese Beschwerden empfinden sie als aufsteigend, unter Umständen bis über den Hals hinein in den Rachen. Begleitet wird dieser Schmerz nicht selten von einem sauren, ja schon bitteren, Aufstoßen. Die Symptome äußern sich vorrangig nach den Mahlzeiten und wenn der Patient liegt, daher auch oft während des Nachtschlafs.

Was ist Sodbrennen?
Der menschliche Magen enthält viel saure Magensäure. Fließt diese zurück in die Speiseröhre, nehmen Sie dies als typisches Sodbrennen wahr. Oft verhält es sich so, dass durch einen zu hohen Druck im Magen Nahrungsreste vermischt mit Magensäure wieder nach oben fließen bzw. viel mehr gedrückt werden (Reflux).

Worin liegen die Ursachen?
Tritt Sodbrennen nicht täglich und nur gelegentlich unter bestimmten Bedingungen auf, besteht für Mediziner nur selten Handlungsbedarf. Denn häufig liegen die Ursachen in diesen Fällen bei zu
fetthaltiger Nahrung, die in großen Mengen aufgenommen wurde. Saure und scharfe Speisen können Sodbrennen ebenso begünstigen. Körpergifte, wie sie in Alkohol, Nikotin aber auch in geringen Mengen in koffeinhaltigen Getränken enthalten sind, können außerdem als Auslöser für Sodbrennen in Frage kommen. Wer zu enge Kleidung trägt, behindert gegebenenfalls die Weiterleitung der Nahrung und drückt diese zurück in die Speiseröhre. Sodbrennen wäre die Folge. Viele von Sodbrennen betroffene Patienten stehen unter Stress und sind nervös. Zeitdruck im Alltag veranlasst Personen, ihre Mahlzeiten hastig zu verschlingen, was wiederum Sodbrennen begünstigen kann. Nicht zu unterschätzen ist ebenso Übergewicht und mangelnde Bewegung. Für viele unvorstellbar ist, dass seelische Belastungen auch für Sodbrennen verantwortlich sein können, und dennoch leiden immer mehr Menschen darunter. Sogar eine Vielzahl an Medikamenten begünstigt Sodbrennen als Nebenwirkung. Verschiedene Faktoren können also das Erschlaffen der Muskulatur von Schließmuskel und Speiseröhre begünstigen und dadurch Sodbrennen hervorrufen.

Eine schwerwiegendere Ursache von Sodbrennen liegt in ernsthaften Erkrankungen. Sodbrennen ist zum Beispiel das Hauptsymptom für die gastroösophageale Refluxkrankheit, also die Rückflusskrankheit, bei der die Muskulatur der Speiseröhre bzw. des Schließmuskels so in ihrer Funktion beeinträchtigt ist, dass sie das Aufsteigen und wieder Zurückpressen der Nahrung nicht mehr gewährleisten können. Organisch können ein Zwerchfellbruch, Geschwülste und Tumore wie auch ein Speiseröhrenkrampf ursächlich für Sodbrennen sein. Eine weitere krankhafte Ursache für Sodbrennen wären Magenerkrankungen oder eine Überproduktion an Magensäure.

Prävention und Hilfe:
Im Zweifelsfall sollte man sich immer Rat beim Arzt seines Vertrauens einholen. Allgemein gilt, dass das Weglassen von Risikofaktoren ein erster wichtiger Schritt ist.

Das bedeutet vor allem,
  • dass für Raucher der Griff zur Zigarette ein absolutes Tabu ist.
  • dass der Konsum von Alkohol eingeschränkt wird.
  • dass die Nahrung umgestellt wird. Viel weniger fetthaltige Kost, sowie der Verzicht auf Süßigkeiten - besonders Schokolade - und auch auf geräucherte Lebensmittel.
  • dass Zitrusfrüchte und andere stark säurehaltige Lebensmittel eingeschränkt werden, zum Beispiel saure Gurken oder pure Fruchtsäfte.
  • dass kohlensäurehaltige Getränke durch Tees und stilles Wasser ersetzt werden.
  • dass scharfe Gewürze minimiert werden, aber auch versucht wird, Pfefferminze zu vermeiden.
  • dass ab sofort die Mahlzeiten in kleineren Portionen, dafür häufiger eingenommen werden.
  • dass man sich Zeit für das Essen nimmt, nicht schlingt.
  • man von nun an bei Übergewicht beginnt, abzunehmen.
  • dass mehr Bewegung auf dem Tagesplan steht, da es die Weiterleitung der Nahrung begünstigt und auch die Muskulatur der inneren Organe stärkt.
  • Stressabbau zu versuchen, im Zweifelsfall dafür auch fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Nächtlichem Sodbrennen durch eine erhöhte Lage des Oberkörpers entgegenzuwirken.
  • Medikamente (Antazida) nur kurzzeitig helfen und lediglich Symptome und nicht die Ursache bekämpfen.

  • Sodbrennen in der Schwangerschaft
    Eine der vielen typischen Schwangerschaftsbeschwerden ist das Sodbrennen. Mehr als die Hälfte der werdenden Mütter muss sich damit auseinandersetzen. Besonders gegen Ende der Schwangerschaft drückt das schnell wachsende Kind den Magen und alle Organe nach oben, zudem lockern hormonelle Schwankungen die Muskulatur des Schließmuskels und der Speiseröhre auf, die nun ihren Dienst nicht mehr einwandfrei erledigen können. Nach der Geburt haben die meisten Schwangeren keinerlei Probleme mehr mit Sodbrennen.

    Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Phänomen, dem man oft mit einfachen Mitteln entgegenwirken kann. Hilft dies nicht, bleibt nur der Gang zum Arzt. Und es zeigt sich wieder, dass ein Verdauungsspaziergang doch sinnvoller und gesünder ist, als das Schläfchen nach dem gehaltvollen Essen.
    Text: C. D.

    [Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

    Auch das hilft gegen Sodbrennen:
  • Kamillentee
  • In Wasser gelöstes Backpulver
  • Rohe Haferflocken kauen
  • Nüsse
  • Wärmflasche auf den Bauch legen


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