Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig

Abendessen - vor dem Fernseher oder gemeinsam am Tisch?


Das Bild von der glücklichen Familie, welche gemeinsam am Esstisch sitzt, ist selten geworden. Unterschiedliche Arbeitszeiten der Eltern, Sport- und Freizeitaktivitäten der Kinder und nicht zuletzt
Drei Mädchen essen Pizza und gucken Fernsehen
Das Abendessen vor dem TV sollte eine Ausnahme sein
Foto: © Picture-Factory
die häufig fehlende Strukturierung des Tages machen es vielen Familien unmöglich, ihre Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen. Alle zusammen am Esstisch - eine Situation, welche vom Aussterben bedroht ist? Fast scheint es so. Statt in aller Ruhe gemeinsam die Mahlzeiten am Tisch einzunehmen, hat ein neuer Trend in die Wohnzimmer des Landes Einzug gehalten: Abends wird der Fernseher angeschaltet und die Familie kaut gedankenverloren vor sich hin, während diverse Soaps über die Mattscheibe flimmern. Gespräche miteinander - Fehlanzeige. Und auch der Genuss bleibt auf der Strecke, da die Aufmerksamkeit auf das gerichtet ist, was da aus dem viereckigen Gerät herausströmt. Doch so bequem diese Art der Nahrungsaufnahme auch auf den ersten Blick scheint: die Mahlzeiten vor dem Fernseher einzunehmen ist alles anderes als zu empfehlen.

Mahlzeiten als Gelegenheit zur Kommunikation
Essen ist viel mehr als bloß den Hunger zu stillen und neue Energie zu tanken. Leider sind die wenigsten Menschen heutzutage überhaupt noch dazu in der Lage, bewusst zu essen und zu genießen. Die meisten von ihnen schlingen die Nahrung nur noch schnell hinunter, während dessen sie anderweitig beschäftigt sind. Multitasking heißt das Zauberwort, und so ist es kein Wunder, dass die Mahlzeiten mit einer anderen Beschäftigung kombiniert werden. Hinzu kommt das Bedürfnis, nach einem langen (Arbeits-)Tag einfach nur noch Ruhe haben zu wollen. Besonders Kinder werden dazu gern vor den TV verfrachtet - hier halten sie schließlich den Mund und stellen keine anstrengenden Fragen. Doch stopp! Ohne Kommunikation lebt jeder nur noch allein vor sich hin und der Familienzusammenhalt ist gefährdet. Bedingt durch unterschiedliche Arbeitszeiten bleibt den meisten Familien nur noch die Mahlzeit am Abend, um sich über die kleineren und größeren Dinge des Tages auszutauschen. Eine prima Gelegenheit, um den anderen zuzuhören und sich selbst in das Gespräch einzubringen. Beim gemeinsamen Essen am Tisch können Erlebnisse erzählt und Vorhaben geplant werden. Was lag heut alles an? Worüber hast du dich gefreut und was hat dich traurig gemacht?

Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Nicht nur die Kommunikation leidet, wenn die Mahlzeiten vor dem TV eingenommen werden. Auch die Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit in Zusammenhang mit der Mahlzeit kommen zu kurz, wenn der Geist abschweift. Während ein spannender Krimi läuft oder die Nachrichten ausgestrahlt werden, verliert sich das Gefühl für die Nahrungsmenge, welche aufgenommen wird. Das Sättigungsgefühl wird nicht wahrgenommen und in Folge dessen essen große und kleine TV-Gucker deutlich mehr als wenn sie ihre Mahlzeiten am Tisch einnehmen. Neben dem Verlust für die eigene Körperwahrnehmung kann so mit der Zeit auch der Grundstein für Übergewicht gelegt werden. Und nicht zu vergessen: Essen ist Genuss! Diesen Genuss kann nur erleben, wer sich wirklich auf seine Mahlzeiten konzentriert und diese nicht gedankenverloren in sich hinein schaufelt.

Ausnahmen bestätigen die Regel
Abendessen vor dem TV - vieles spricht dagegen. Und doch kann, wie bei fast allen Dingen, hin und wieder eine Ausnahme den Alltag etwas auflockern. "Kinder - wir machen heute Abend ein Picknick vor dem Fernseher!" - dieser Satz bringt die Augen des Nachwuchses zum strahlen. Einmal im Monat - vielleicht nach einem langen, anstrengenden Tag - dürfen dann geschmierte Brote oder die heiß geliebte Pizza verspeist werden, während der Lieblingsfilm über die Mattscheibe flimmert. Und alle wissen: die Situation ist etwas ganz besonderes und morgen gibt es die Mahlzeiten wieder am Tisch. Diese Lösung kann natürlich nur dann funktionieren, wenn sich die Eltern ihrer Rolle als Vorbild bewusst sind. Erlebt der Nachwuchs Mama oder Papa dabei, wie sie vor dem TV oder dem Laptop essen, so werden sie nicht verstehen, warum gemeinsame Mahlzeiten am Esstisch so wichtig sind. In diesem Sinne: bleiben Sie Vorbild für Ihre Kinder und gehen Sie mit gutem Beispiel voran!
Text: K. L.

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