Wie können Kinder mit dem Löffel essen lernen?

Löffeln will gelernt sein - wie Kleinkinder selbstständig mit Löffel essen lernen
Auf dem Weg vom ersten Stillen bis hin zum selbstständigen Essen mit Messer und Gabel gibt es für Kinder viel zu lernen. Ein Schritt auf diesem Weg ist das eigenständige Essen mit dem Löffel.
Ein kleiner Junge isst mit dem Löffel
Kinder lernen das Essen mit dem Löffel am besten durch
Nachahmung - Foto: © Renata Osinska
Die Kollateralschäden bis dahin sind beträchtlich. Möhrenflecken auf Tapeten, Möbeln und sogar an der Lampe. Selbstständig mit dem Löffel zu essen ist nicht nur für Kinder eine Herausforderung, sondern auch für deren Eltern.
Schon mit einem halben Jahr bekommen Babys den ersten Brei gefüttert. Bereits jetzt versuchen sie oft, den Löffel zu greifen. Doch erst mit ca. einem Jahr starten die ersten ernst zu nehmenden Versuche. Ist das Kind ungefähr 15 Monate, darf es durchaus motiviert werden, ganz allein mit dem Löffel zu essen.

Die Motorik und Sensorik:
Kinder lieben es, ihr Essen zu "begreifen". Sie möchten fühlen, was sie sich da in den Mund stecken. Anfangs werden noch oft die Finger im Essen sein oder mit ihrer Hilfe der Brei auf den Löffel befördert. Dagegen vorzugehen ist zumindest anfänglich vergebene Liebesmüh. Damit das Kind mit dem Löffel seinen Mund trifft, müssen erst die motorischen Voraussetzungen erfüllt sein. Und selbst dann wird eine Menge der Mahlzeit nicht im Mund, sondern auf dem Shirt, der Nase, dem Tisch und den Eltern landen.

Der Löffel und der Teller:
Kleine Handwerker brauchen richtiges Werkzeug. Um den Löffel gut im Griff zu haben, sollte er
einen breiten und vernünftig greifbaren Stiel besitzen. Kinder müssen nicht mehr nur mit Plastik-Besteck essen, von nun an dürfen auch Metall-Löffel auf den Tisch. Die Löffelspitze sollte jedoch immer noch nicht zu breit und zu tief sein, denn Kleinkinder versuchen zunächst, den Löffel quer in den Mund zu nehmen. Spezielle Ess-Lern-Löffel, deren Löffelspitze fast um 90° gebogen ist, sind nicht nötig. Ein praktischer Teller, der sich auf dem Tisch nicht selbstständig macht während des Essens schon. Spezielle Kinderteller, die eher flachen Schalen ähneln und am Boden einen Rand aus Gummi bzw. Gumminoppen besitzen, helfen dem Kind hingegen sehr. Ihr steil hochgezogener Rand verhindert das Hinausschieben des Essens vom Teller und vereinfacht das "Aufladen" des Breis auf den Löffel.

Nachahmung:
Kinder wissen wie sie mit dem Löffel zu essen haben, da sie es sich von den Erwachsenen und Geschwistern abgeschaut haben. Nicht nur im Sinne einer familiären Mahlzeit sollten daher alle gemeinsam am Tisch essen.

Zeit und Frust:
Bis ein Kind gänzlich allein mit dem Löffel essen kann, ohne dass zu viel daneben geht, kann es einige Monate dauern. Und nicht immer klappt das so mit dem Löffel, wie Kind und Eltern es sich erhoffen. Es braucht viel Geduld auf beiden Seiten. Anfangs kommt nicht viel von den ersten Löffelversuchen in den Mund, da ist es hilfreich, wenn Mama oder Papa mit einem zweiten Löffel parallel füttern.

Ablenkung:
Mit dem Löffel essen ist nicht nur ein Abenteuer für Löffel-Anfänger. Es ist vor allem anstrengende Arbeit. Ablenkungen wie der Fernseher im Hintergrund oder Spielzeug auf dem Tisch machen es dem Kind nicht leichter.

Hat das Kind irgendwann den Dreh raus und beherrscht seinen Löffel, kann durchaus damit begonnen werden, dem Kind Tischmanieren beizubringen. Außerdem genießen die Eltern die Zeit, gemeinsam mit dem Kind zu essen anstatt es zu füttern und erst später danach selbst die Mahlzeit einzunehmen.
Text: C. D.

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