Infos über das Luciafest

Die schwedische Vorweihnachtszeit
Andere Länder, andere Sitten. Dieses Sprichwort kennt man ja. Aber wie feiern denn die Schweden
Schwedisches Lussekatter zum Luciafest
Beim Luciafest gibt es auch Lussekatter - Foto: © Henrik Larsson
die Vorweihnachtszeit? Das und mehr erfahren Sie hier:

Zu den traditionellen schwedischen Festen gehört in der Vorweihnachtszeit das Luciafest. Das Luciafest fällt auf den 13. Dezember und wird in den christlichen Kirchen als Gedenktag der Heiligen Lucia von Syrakus gefeiert. In Schweden wurde dieser Brauch 1780 erstmals dokumentiert.

Ein weißgekleidetes Mädchen, die Lucienbraut - traditionell ist das die Aufgabe der ältesten Tochter einer Familie - trägt einen Lichterkranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf und bringt ihrer Familie das Frühstück ans Bett. Ihr weißes Gewand wird in der Taille mit einem roten Band zusammengehalten. Zu diesem Frühstück gehört das traditionelle Safranbrot, in Schweden Lussekatter genannt. Durch den Safran erhält das Gebäck seine charakteristische gelbe Farbe, die, wie die Lucia selbst, das Licht symbolisiert.

Die Lucia-Feierlichkeiten setzen sich den ganzen Tag fort, ob im Kindergarten, in der Schule oder am Arbeitsplatz. Man singt spezielle Lucialieder, und Dörfler wie Städter wählen sich eine eigene Luciabraut, die dann ein ganzes Jahr bei verschiedenen Festlichkeiten auftreten darf, zum Beispiel beim Midsommarfest.

Die Lucia hat oft ein Gefolge anderer Mädchen, die ebenfalls brennende Kerzen tragen, allerdings in den Händen und nicht auf dem Kopf. Mancherorts begleiten sie auch sagenhaften Gestalten, z. B.
der tomtar, die Weihnachtswichtel, das pepperkaksgubbar (Pfefferkuchenmännlein) oder die stjärngossar (Sternenknaben), die die wilden Lussekerle aus der Urzeit dieses Brauchs mit zivilisierterem Verhalten abgelöst haben.

Die Legende der Heiligen Lucia
Der Legende nach war Lucia von Syrakus zur Zeit der Christenverfolgung unter Diocletian die Tochter eines reichen römischen Bürgers, der früh starb. Ihre Mutter wollte Lucia verheiraten - aber diese wollte nicht, denn nach einer Erscheinung der Heiligen Agathe von Catania hatte sie Ehelosigkeit gelobt.
Sie brachte anderen Christen heimlich Nahrungsmittel in die Katakomben, um dabei beide Hände frei zu haben, trug sie eine Krone mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Als ihr Verlobter erfuhr, dass sie Nonne werden wollte, zeigte er sie bei den Behörden an. Der Richter Paschasius wollte sie zur Strafe in ein Bordell schaffen lassen, aber selbst ein Ochsengespann und 1000 Männer konnten sie nicht von der Stelle bewegen. Daraufhin tötete man Lucia durch einen Schwertstich.
Zu einem landesweiten Brauch entwickelte sich das Luciafest in Schweden erst in den letzten hundert Jahren. Der Brauch verbreitete sich besonders, nachdem eine schwedische Zeitung 1927 eine Lucia wählte. So bekam das Luciafest einen festen Platz im schwedischen Brauchtum.

Lussekatter - traditionelles Gebäck zum Luciafest
Die Lussekatter (Luciakatzen) werden auch Saffranskuse oder Julkuse genannt. Man geniesst das goldgelbe Gebäck zum Kaffee oder zum Glögg, einer Art Glühwein, der mit Rosinen und Mandeln verfeinert getrunken wird.

Viel Spaß also beim Luciafest!


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