So sind die Maultaschen entstanden

Herrgottsbscheißerle oder wie die Schwaben den lieben Gott überlisteten
Eine ganz besondere Spezialität aus Schwaben möchten wir Ihnen hier vorstellen. Die Maultaschen. Wie sie entstanden sind und vieles mehr erfahren Sie bei Rezepte-und-Tipps.de:
Maultaschen zubereiten
Maultaschen werden aus Nudelteig hergestellt und gefüllt
Foto: © photocrew

Die Schwaben lieben das Essen. Wehe man stört sie dabei oder schreibt ihnen gar vor, was sie wann essen müssen oder dürfen! Die Kirche hat einst versucht, den Fleischkonsum in der Fastenzeit einzuschränken, doch die Schwaben waren schlauer.

Verschiedene Legenden zur Entstehung der Maultaschen
In der Mitte des 17. Jahrhunderts gab es bei Maulbronn ein Zisterzienserkloster. Der 30-jährige Krieg war gerade vorbei und im ganzen Land herrschten Hunger und Armut. Die Mönche machten sich gerade daran, die Vorbereitungen zum Gründonnerstag zu beenden, mitten in der Fastenzeit. Da jedoch schenkte ihnen plötzlich jemand ein großes Stück frisches Fleisch.

Kein Fleisch zur Fastenzeit
Zwischen Hunger, Gesetzestreue und dem Gedanken, nichts verkommen lassen zu dürfen hin und her gerissen, mussten sich die Mönche schnell etwas einfallen lassen. Schließlich gab es noch
keine Kühlschränke. Sie hackten das Fleisch also so klein wie möglich. Dann sammelten sie im Klostergarten frische Kräuter und Spinat, schnitten sie ebenfalls klein und mischten davon so viel in die Fleischmasse, dass sie ganz grün wurde und nach Gemüsebrei aussah.
Um sicherzugehen, dass der Herrgott den Betrug nicht merken würde, umhüllten sie die Fleischmasse mit Nudelteig. Sie schnitten die gefüllte Teigrolle in Stücke - die bekannten Nudeltaschen - klebten die Ränder zusammen, damit nichts herausfiel und garten alles in einer Gemüsebrühe.
So entstand das Herrgottsbscheißerle - die Maultasche. Und als solches wird sie noch heute an Fastentagen als Alternative zu Fleisch oder Fisch gereicht. Ihren Namen "Maultaschen" sollen die Herrgottsbscheißerle dann von den Maulbronner Nudeltaschen bekommen haben.

Margarethe von Maultasch
Doch gehen wir einige Schritte in der Zeit zurück. Wir befinden uns im 14. Jahrhundert. Herzogin Margarethe von Maultasch bringt bei einem Besuch aus Tirol ein Nudelgericht mit, das die Schwaben geschwind kopieren. Sie mischen einfallsreich allerlei Kräuter bei, verändern die Größe sowie hier und da eine Kleinigkeit am Gewürz. Und so entsteht die Maultasche.

Die Maultasche bei den Römern
Aus der Zeit des römischen Imperiums gibt es Einträge aus dem Rezeptbuch einer Köchin, die den Göttinnen Ceres, Pomona und Diana diente. In diesem Buch sind erstmals Nudeltaschen mit einer Füllung erwähnt. Anders als die schwäbischen Maultaschen waren diese jedoch nicht mit einer Fleisch-Gemüse-Füllung bestückt. Nein, im alten Rom bereitete man die Nudeltaschen mit einer süßen Füllung zu.

Schwäbische Delikatesse
Ganz gleich wie alt die Maultasche ist oder wer sie erfunden hat: Tatsache ist, dass die Maultasche heutzutage zu den schwäbischen Delikatessen gehört und als solche bekannt ist. Während sie früher als "Arme-Leute-Essen" galt, weil man problemlos die Reste vom Vortag im Nudelteig verstecken konnte, ist die Maultasche heute salonfähig geworden, beispielsweise gefüllt mit Lachs oder mit Frischkäse und Birnen in einer Walnuss-Gorgonzolasauce.


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